Donnerstag, 23. Juni 2016

Panama City und Ade Festland

Von Bocas sind es mehr als 10 Stunden mit dem Bus nach Panama City. Dort angekommen kann man bequem und schnell mit der Metro durch die Stadt fahren. Panama hat mehr als 1 Mio. Einwohner und die vielen Hochhäuser an der Wasserfront lassen es auch so erscheinen. Viele der Wolkenkratzer sehen so aus als hätten sie ihre besten Tage schon hinter sich, während andere gerade erst gebaut werden. Es ist eine Stadt im Umbruch, ein Mix aus Alt und Neu.
Ein Besuch des Kanals, der Triebfeder der Wirtschaft und Quelle des Einkommens, darf auf einer Reise nach Panama natürlich nicht fehlen. In wenigen Tagen findet höchst feierlich die Eröffnung der Erweiterung des Kanals statt. Vor knapp 9 Jahren wurde diese begonnen mit dem Ziel noch größere und auch mehr Schiffe durchzuschleusen. So können nun bald mehr als 3 Mal so große Schiffe wie bisher diese Abkürzung nehmen, welche bislang wohl schon mehr als eine Million mal genutzt wurde.
Die Besichtigung des Kanals ist ebenfalls eine gute Einnahmequelle, für 15$ sieht man einen Film über den Kanal, läuft durch ein kleines Museum und darf am Ende auf dem Aussichtsdeck auf eines der großen Schiffe warten, um den Vorgang des Schleusens zu beobachten und Fotos zu machen. Den Kanal gibt es eben nur einmal und es ist schon ein Wunderwerk, das man mal aus der Nähe bestaunen sollte.

Bummeln an der Promenade

Platz da...Durchfahrt.

Und schon das nächste Schiff.

Nun sitzen wir in Portobelo und in knapp 2h werden wir unser Boot besteigen und damit 5 Tage in Richtung Kolumbien segeln, wobei wir 3 Tage auf den San Blas Inseln verbringen dürfen.
Unseren Kapitän, Manfred, kennen wir schon und die anderen Mitreisenden haben wir auch getroffen. 2 weitere deutschsprachige Pärchen und eines aus England werden mit uns die Reise antreten.


Die alte Festung und der Hafen von Portobelo.

Bald geht es an Bord.


Wir melden uns wieder aus Cartagena.
Karo & Nico

Montag, 20. Juni 2016

Bocas del Toro - Ein Inselparadies!?

Vom Wandern muss man sich auch ordentlich erholen, sodass uns Bocas, wie es kurz und knapp heißt, gerade recht kam. Mit dem Bus gelangt man bis nach Almirante und von dort fahren einen Boote auf die Hauptinsel des Inselarchipels - Colon. Neben dieser sind die beiden Inseln Bastimentos und Solarte die am weitesten erschlossenen.
Colon glaenzt mit seiner guten Infrastruktur, vielen Restaurants und Bars und entgeht folglich keinem guten Backpacker. Wir entschieden uns aber erstmal für die beschaulichere Insel Bastimentos. In unserem Hostel, max. mit 6 Leuten belegt, waren wir sogar die Einzigen und hatten somit das Haus für uns alleine. Bastimentos hat ein paar schöne Strände zu bieten, sodass wir einen Tag am Wizard Beach entspannten und einen Tag am Red Frog Beach verbrachten, auch auf der Suche nach den namensgebenden roten Froeschen. Fussballschauen - Deutschland gegen Polen - haben wir natürlich auch noch untergebracht in diesem recht vollen Terminkalender.

Ankunft auf Bastimentos

Essen ist gleich fertig.
Dazu ein Scluck aus der Kokosnuss


Wieder ein Strand fuer uns alleine - Red Frog Beach

Und da ist auch einer der Namensgeber.

Boot, Boot und nochmal Bootfahren. 

Entspannt die Sonne geniessen.



Nach ein paar Tagen Ruhe auf Bastimentos zog es uns dann noch für 2 Nächte auf die Hauptinsel. Von dort machten wir die klassischste aller Touri-Touren mit. Angefangen mit Delfinbeobachtung, über Schnorcheln am Riff, gefolgt von 2 Stunden Sonnenbaden auf einer abgelegenen Insel (Zapatilla) und schließlich abgerundet mit der Suche nach Seesternen vom Boot aus.
Eine recht kurzweilige Tour bei der man auf dem Boot viel von den Inseln zu sehen bekommt, aber nicht das ganz grosse Highlight, sicherlich auch bedingt durch die gefuehlten 1395 weiteren Touristen auf der gleichen Tour.

Fast nur wir auf der Insel Zapatilla

Da haben wir uns mal wieder was gegoennt - Karos Geburtstag



Den letzten Tag ging es auf zur Playa Estrella, wohl bekannt für den schönen Strand und die vielen Seesterne in der ruhigen Bucht... Vor einigen Jahren mag dies vielleicht auch noch ein beschaulicher Abschnitt gewesen sein, doch im Jahr 2016 ist davon leider nicht mehr viel erhalten.
Der Strand ist zugepflastert mit Restaurants, sodass man kaum noch Platz zum Liegen findet, und die vielen Seesterne sind den unwissenden Touristen zum Opfer gefallen (hebt man sie für ein Foto aus dem Wasser, sterben diese danach).
Wir hatten dennoch einen schönen Tag und haben dann doch noch ein paar uebergebliebene Seesterne gefunden. Aber der Strand hat leider viel von dem Charme verloren, den er einst innegehabt haben musste.

Haha, da ist ja doch noch einer!


Unser Gesamteindruck von Bocas del Toro fällt somit gemischt aus und wir koennen nachvollziehen, warum einige Touristen ein bisschen entaeuscht werden, aufgrund der hohen Erwartungen. Man muss Bocas aber als das nehmen, was es ist und nicht als das, was es alles sein koennte.
Die Inseln geben viel her, man hat viel Natur und das Meer - ob man nun Surfen oder Schorcheln oder Tauchen will oder eher ruhig am Strand liegen moechte. Es gibt viele Restaurants und man kann sich abends ins Nachtleben stuerzen. Dennoch kommt man nicht umher die schmutzigen Ecken Bocas zu entdecken und so koennte man fuer jedes schoene Foto das man im Kasten hat, wenigstens eins machen, was keiner gerne in seinem Fotoalbum zeigen wuerde.

So kann es eben auch im Paradies ausschauen.


Bocas ist ein Paradies, wenn vielleicht auch nur fuer Backpacker, die hier fuer wenig Geld viel bekommen und ueber den ein oder anderen Mangel gerne hinwegsehen. Allen anderen bleibt nur der Weg in eines der unverschaemt teueren Resorts ubrig, in denen man abgelegen von den Massen in seiner persoenlichen Idylle Bocas geniessen kann.

Gruesse aus Panama City,
Karo & Nico


Montag, 13. Juni 2016

Panama - Erster Halt Boquete

Geschafft! Costa Rica liegt hinter uns und Panama hat uns vorübergehend aufgenommen.
Von unserer letzten Station Puerto Jimenez nahmen wir zuerst das Boot nach Golfito, danach ein Taxi zum Grenzübergang in Paso Canoas. Man liest so einiges über die Einreisebestimmungen nach Panama, dass man nicht nur die Weiterreise oder Geld nachweisen muss, sondern sogar einen Rückflug ins Heimatland vorzeigen muss. Aber, in unserem Fall alles kein Problem, Ausreisegebühr bezahlt und Stempel abgeholt in Costa Rica und dann rüber gelaufen nach Panama ohne Probleme. Von da mit dem Collectivo nach David und dann in den Bus nach Boquete.



Boquete liegt im Hochland Panamas und ist durch sein angenehmes Klima bei vielen US - Senioren als Alterswohnsitz beliebt. Die Touristen erfreuen sich zudem an den Wandermöglichkeiten, die wir ebenfalls im Blick hatten.

Eine der schönsten Wanderungen Panamas ist der Quetzal Weg, der auf der Nordseite des Vulkan Baru Boquete mit einem anderen Bergdorf verbindet. Neben der schönen Wanderung und den Ausblicken hat man zudem die Chance den Quetzal zu sehen. Um dem unausweichlichen Regenschauern zu entgehen (in der jetzigen Regenzeit kommt der Niederschlag täglich nachmittags) brachen wir zeitig auf, sodass wir schon kurz nach 7.00 am Parkeingang waren. Der Weg führte auf und ab, bis wir nach 3h den Ausblickspunkt erreicht hatten. Das letzte Stück hatte es in sich, schließlich ging es von 1800 Meter über Null auf 2300 Höhenmeter (am nächsten Tag hatten wir mehr vor).
Der Rückweg war dann entspannt und kurz vor 13.00 Uhr kamen wir wieder an der Rangerstation am Eingang an. 5min später setzte der Starkregen ein und wir fragten uns wie es wohl der Famile so ergehen mochte, die uns ohne Regenbekleidung entgegen gekommen war. Manchmal fragen wir uns schon, ob manche Touristen überhaupt wissen was sie tun.

Auf den Spuren des Quetzals

Der Ausblick aus 2300 Metern Höhe

Neben dem Quetzal Weg um den Vulkan gibt es natürlich noch den Vulkan selbst, knapp 3500 Meter hoch und damit höchster Berg Panamas. In Ein- oder 2-Tagestouren kann man versuchen, diesen zu erklimmen und wird, bei gutem Wetter, mit Blick auf den Pazifik zur einen und den Atlantik zur anderen Seite belohnt. Um uns Auf-und Abstieg an einem Tag zu ersparen, haben wir uns für die 2-Tagesvariante entschieden. Gegen 9.00 trafen wir unseren Guide und nahmen Verpflegung, sowie Schlafsäcke entgegen. 9.30 began der Aufstieg bei gutem Wetter.
Die ersten 4 der insgesamt 13,5 Kilometer sind zum Warmwerden. Uns war auch so schon warm, denn immerhin hatten wir 2 vollgepackte Rucksäcke zu tragen.
Der Große wog sicher mehr als 12 Kilo und der Kleine wohl auch um die 8 Kilo.
Hat man die ersten 4Km geschafft geht es richtig los, über dicke Steine muss man weitere 3,5 Km bergauf. Nach Kilometer 8 kommt das erste von insgesamt 4 kleineren Plateaus. Nach 10 Kilometern hatten wir die 3000 Meter-Marke (Höhenmeter) passiert. Nach einer kleinen Senke ging es dann auf die letzte Etappe.
Ein leichter Schauer erfasste uns, aber die dicken Wolken zogen vorbei. Nichtsdestotrotz zogen sich die finalen Kilometer in der dünner werdenden Luft.
Nach 6,5h erreichten wir schließlich den Gipfel mitsamt der Rangerstation (unserem Nachtquartier).
Wir waren so froh die Rucksäcke ablegen zu können und nach ein paar Fotos vom Gipfelkreuz gab es heiße Schokolade. Bei knapp 4 Grad Außentemperatur ein wahrer Segen.

Das galt es zu bezwingen

Den Gipfel schon im Blick


Freudensprünge am Gipfelkreuz

Nach dem Essen ging es auch schon totmüde ins Bett, um Tags darauf 5.30, also kurz vor dem Sonnenaufgang aufzustehen und sogleich, mit der Kamera ausgestattet, in die Kälte herauszusteigen.
Die Sonne versteckte sich hinter den Wolken und auch die Berge um uns herum wurden von Wolkenmassen umschlungen, aber ab und an hatte man ein Stück  freie Sicht auf die Ozeane in Ost und West, sowie Costa Ricas Berge im Norden.

Panama erwacht

180º Blick auf Costa Ricas Berge


Nachdem alle Fotos im Kasten waren, gab es ein kurzes Frühstück und leider auch wieder 13,5 Km Abstieg. Runter kommen sie alle, aber es geht auf die Füße und die Knie. Außerdem fehlte so ein bisschen die Motivation, sodass wir nach 4h froh waren es hinter uns zu haben. Allerdings, und da sind wir uns einig, war es die Mühe wert. Heute sitzen wir schon im Inselparadies Bocas del Toro und fangen mit der Erholung an.

Liebe Grüße,
Karo & Nico











Mittwoch, 8. Juni 2016

Corcovado Nationalpark - dem Puma auf der Spur

Erste Grüße aus Panama, wir haben heute nach insgesamt 31 Tagen Costa Rica pur, unser erstes Ziel in Panama erreicht. Aber nun erstmal zu den letzten Tagen im Süden Costa Ricas. Von San Jose ging es auf 8h Bustour nach Puerto Jimenez, einem kleinen, auf der Halbinsel des Corcovado Nationalparks gelegenen Ort, der somit die perfekte Basis für einen Besuch dort bietet. Um zu verstehen, warum man den Park auf seiner Liste haben sollte - hier die Beschreibung aus Wikipedia:

"Der Corcovado Nationalpark bietet dreizehn unterschiedliche Ökosysteme. Das hauptsächlich von dichtem Tieflandregenwald, prämontanem Bergregenwald und Mangroven bewachsene Gebiet beherbergt eine große Anzahl von Tier- und Pflanzenarten, die an kaum einem anderen Ort der Welt bewundert werden kann: Es sind mehr als 500 verschiedene Baumarten, etwa 140 Säugetier- und 370 Vogelarten vertreten, weiterhin über 150 Orchideenarten, 120 Reptilien- und Amphibien sowie mehr als 6000 Insektenarten."


Damit uns auch nichts davon entgehen konnte, haben wir uns für eine 3 - Tagestour mit 2 Übernachtungen in der Rangerstation "Sirena" entschieden. Ein Guide ist mittlerweile Pflicht bei einem Besuch - erst vor ein paar Wochen wurden die "Reste" eines seit 2 Jahren vermissten Touristen im Park gefunden. Die Pfade sind nicht einfach zu finden, die Gezeiten müssen bei den Flussdurchquerungen beachtet werden und mehr Tiere sieht ein Profi sowieso. 

Tag 0: 

Ankunft in Puerto Jimenez und Treffen mit dem Guide (Oscar) um die Packliste zu besprechen. Anschließender Einkauf im Supermarkt, um die Vorräte aufzufüllen und Packen der Rucksäcke. Da die Rangerstation momentan saniert wird, gibt es keine Verpflegungsmöglichkeiten im Park und so mussten wir unser Essen für 3 Tage einpacken, plus unserer sonstigen nützlichen Halbseligkeiten.



Tag 1:

Aufstehen um 4.30 Uhr und Abfahrt um 5.30 Uhr nach Carate, dem Startpunkt der Wanderung, 3,5km vor dem Parkeingang "la Leona". Diese ersten Kilometer gingen wir,  nun mittlerweile um 7.30 Uhr, gut gelaunt am Strand entlang. Vom Parkeingang lagen noch insgesamt 16km vor uns, durch den Wald, am Strand entlang, durch Flüsse und über Felsen bewegten wir uns Schritt für Schritt vorwärts. Bei knapp 30 Grad im Schattem und fast 100 % Luftfeuchte eine recht schweißtreibende Angelegenheit. Mit Oscar an unserer Seite wurde es aber nicht langweilig. Ständig blieb er stehen, sah sich um, lauschte in den Wald oder las Pfärten, ja roch sogar um Tiere für uns aufzuspüren, die wir alleine nie bemerkt hätten. 
Manchmal mussten wir uns beeilen, weil die Flut einsetzte, um noch schnell einen Fluss zu überqueren, mal hatten wir mehr Zeit zum Bummeln. Nach knapp 7h kamen wir zum letzten Fluss, 30min vom Camp entfernt, aber doch unüberwindbar. 2h mussten wir warten, bis der Wasserspiegel wieder sank und wir dennoch bis Brust im Wasser standen um ihn erfolgreich zu durchqueren. Kurz vor der Dunkelheit kamen wir im Camp an und freuten uns auf eine Dusche und unser Abendessen - Fertignudeln, die mit heißem Wasser übergossen werden mussten.

Noch voller Kraft.

Das Begrüßungskommitee - Nasenbären

Die erste leichte Flussdurchquerung
3 "Vampire" beim Schlafen

Wenn schon warten - dann mit Kokosnuss

Nur noch ein kleines Stück



Tag 2: 

Auschlafen war nicht, wieder 4.30 aufstehen, um 5 Uhr Aufbruch zur ersten Tour vom Camp aus, um Tapire zu finden und andere Tierchen.

Wer schnarcht denn da so?! - Ist das etwa Nico? Ach nein, ein Tapir!


Nach 2 Stunden zurück zum Frühstück ins Camp, diesmal Müsli mit Milch aus Milchpulver - gar nicht sooo schlecht. Freundlicherweise hatte unser nächtlicher pelziger Besucher die Verpackung schon mal geöffnet.

Gibt es das auch in lecker?


Nach kurzer Pause auf zur nächsten Runde durch den Park. Wieder gab es was Neues zu entdecken. Zum Beispiel: Heeres-Ameisen (army ants). Mit denen ist nicht zu spaßen, wie eine Armee ziehen sie durch das Laub auf der Suche nach Insekten. Für die Insekten eine fast ausweglose Situation, entweder die Ameisen fressen sie, oder aber sie werden von einem der vielen Vögel gefressen, die nur darauf warten, das diese fliehen. Ein Skorpion entkam dem Ansturm, allerdings fiel er unserer Neugier zum Opfer. Wir wollten wissen, wie er sich gegen die Ameisen behauptet und so beförderte ihn Oscar geschickt zurück in die Mitte der Ameisenarmee. Keine 10 Sekunden später waren die Ameisen mit ihm fertig und nach 5 Minuten war nichts mehr von ihm übrig. 
Nach knapp 4h Tiersichtungen, inlusive Mittagpause waren wir wieder im Camp und ruhten uns aus. Kurz vor der Dunkelheit gingen wir auf den letzten Streifzug, diesmal aber ohne Erfolg. 

Ahja, zum Abendessen gab es wieder Nudeln.

Schön und mal nicht giftig

Ein Ameisenbär bei der Futtersuche

Nicht überall sollte man hier baden

"Basic" trifft es noch nicht ganz - unser Nachtlager


Tag 3: 

Um 6 Uhr ging es den gleichen Weg zurück wie an Tag 1. Für uns also bekanntes Terrain. Gegen 8 blieben wir stehen, die Affen machten krach ohne Ende - das kann nur eins bedeuten, Miezekatzen in der Nähe. So stürmten Oscar und ein weiterer Guide mit der Machete durch den Wald. Nach 5 Minuten kam Oscar zurück und führte uns zu zwei Pumas. Viel Glück muss man haben und die Zeichen richtig deuten können, um in diesen Genuss zu kommen. Keine 25m von uns ruhten sich die beiden aus und störten sich dabei weder an den Affen, noch am Klicken der Kameras. 
Gut gelaunt setzten wir unseren Marsch fort und kamen nach 8h wieder in Carate an. Der arme Taxifahrer musste noch 2h den Geruch seiner Insassen und hauptsächlich meiner nassen Schuhe ertragen, bevor wir in Puerto Jimenez ankamen. Mann, wie wir uns auf das Abendessen gefreut haben.

Flussdurchquerung für Fortgeschrittene
Haben wir ein Glück gehabt
Über Stock und Stein
Nach knapp 60km in 3 Tagen sehen wir noch recht fit aus :-)

Fazit: 
Man muss schon eine gute Kondition mitbringen und auf viel Luxus verzichten, aber dafür gelangt man an einen fast unberüherten Ort, inmitten einzigartiger Natur, umgeben von jeder Menge Wildleben. 


Pura Vida,
Karo & Nico

Freitag, 3. Juni 2016

Puerto Viejo - Urlaub vom Reisen



Es soll jetzt nicht heißen, dass wir schon die Nase voll haben, ganz im Gegenteil, bisher hat alles so funktioniert wie wir es uns vorgestelt haben und wir freuen uns auf die nächsten Abenteuer. Aber, Reisen und Urlaub machen ist nicht das Gleiche und Reisen kann auf Dauer sehr anstrengend werden, wenn man sich keine Pausen gönnt.

Der Hauptunterschied ist wohl das Budget. Einen Urlaub kann man sich für mehrere Monate nicht leisten und irgendwo muss man eben Abstriche machen. Reisen heißt aber zudem, sich um viel mehr zu kümmern als nur um die Entspannung am Pool oder Meer.

Anbei ein paar Punkte die das Reisen/Backpacken gut zusammenfassen.

1. Unterkunft

Sagen wir mal so, von einem Stern waren unsere Unterkünfte bisber soweit entfernt, wie wir von Deutschland, aber schlecht haben wir deshalb nicht geschlafen. Die Lage muss stimmen, sauber sollte es sein, aber neu und modern gibt es in unserer Preisklasse nicht. Die meisten Hostels haben den Charm der 80ziger Jahre und könnten den ein oder anderen Klecks Farbe vertragen, von etlichen Schönheitsreperaturen ganz zu schweigen...

2. Verpflegung

Die traditionelle Küche in Costa Rica ist recht einfach gehalten, wenngleich lecker. Ein typisches Gericht (Casado) besteht aus Reis, Bohnen, Kartoffeln, Salat, Kochbanane und Fleisch oder Fisch. Ansonsten wird auch hier, wie in den anderen Ländern Mittelamerikas, gerne frittiert - meist Hühnchen. Alles abseits davon wird schnell recht teuer und so verplegen wir uns meist selbst, gehen einkaufen und kochen.

3. Transport

Wir haben nun schon fast alle Arten der Fortbewegung vor Ort durch, Mietauto, Shuttlebus, Boot und Taxi, aber die meist genutzte Form ist der öffentliche Bus. Hat man erst einmal das Busnetz verstanden, ist es mit Abstand die günstigste Art zu Reisen, wenn vielleicht auch nicht immer die schnellste oder bequemste. Fehlende Klimaanlage und undurchsichte Zwischenstopps treiben uns schon mal die Schweißperlen auf die Stirn. Zudem sollte man wissen, wie man wo hingelangt, denn die Buse haben nun einmal feste Routen und fahren nicht immer auf direktem Wege dorthin wo man möchte.

4. Freizeit

In den ersten 3 Wochen haben wir ein recht ordentliches Tempo an den Tag gelegt und mit Aktivitäten nicht gespart. Jede Menge Nationalparks, Wanderungen und andere Touren haben wir aneinandergereiht und nicht viel Zeit beim Relaxen am Pool verbracht. Auf Dauer kann man diese Schlagzahl nicht beibehalten, denn Tätigkeiten wie Planen, Buchen, Einkaufen, Kochen, Bloggen/Tagebuch schreiben und immer wieder die Rucksäcke packen nehmen zusätzlich Zeit in Anspruch. Außerdem braucht man auch ab und an Gelegenheit dazu, die zahlreichen Erlebnisse und Eindrücke zu verarbeiten.

5. Gepäck:

Ständig fragen wir uns, ob wir das wirklich alles brauchen, jedes Mal sieht es so aus,  als hätten sich die Sachen vermehrt und wir würden nicht wieder alles in die Rucksäcke bekommen. Aber, wir werden noch alles brauchen und bekommen die Reißverschlüsse erstaunlicherweise auch immer wieder zu. Unter anderem, weil wir auf unsere schicke Abendgarderobe verzichtet haben und nur äußerst funktionelle Sachen dabeihaben.

Doch nun zu Puerto Viejo:

Schon vor Beginn der Reise hatten wir vor in Costa Rica auch ein wenig "richtigen" Urlaub zu machen und nach 3 Wochen auf Achse war es dann soweit. Puerto Viejo, ein kleines Örtchen an der Karibikküste, umgeben von wunderschönen Stränden, erschien uns der geeignete Ort dafür zu sein. Unsere Unterkunft - komplett ausgestattet mit eigener Küche, ja sogar getrenntem Wohn- und Schlafzimmer, in Kontrast zu den kleinen Einzimmerunterkünften, die wir bisher hatten - der Luxus pur.
Neben dem obligatorischen Relaxen am Strand waren wir Schnorcheln an nahegelegenen Riffen und haben eine Auffangstation für kranke und verletzte Wildtiere besucht.
Beim Schnorcheln gab es jede Menge bunter Fische zu sehen, aber auch einen Hai, den wir zum Glück nur beim Schlafen beobachtet haben, Der war immerhin ungefähr so groß wie ich. Den Rochen hat Karo leider verpasst, die Tiere warten eben nicht.
Die Tierstation ist aus einem Zufall entstanden und rein privat. Die beiden Besitzer und jede Menge junge Voluntäre aus aller Herren  Länder kümmern sich um all die Tiere die den Weg zu ihnen fimden. Ob nun verletzte Faultiere, die in Stromleitungen gegriffen haben oder von der Polizei bei Razzien beschlagnahmte Schmuggelware wie Papageien oder Affen. Unfassbar wie viel Arbeit in der Auswilderung steckt und wie Menschen teilweise mit Tieren umgehen.


Nun sind wir zum vierten und letzten Mal in San Jose und morgen geht es in Richtung Süden. Ein paar Fotos von Puerto Viejo haben wir natürlich auch.

Angekommen - wir sind oben rechts




Endlich Strand!

Nur für uns!

Auf in die Wildtierauffangstation



Der Ozelot schläft noch

Babyfaultier

Kleiner Babyaffe



Zum Abschluss ein Zitat, was ich sehr treffend finde:

"Der Reisende sieht Dinge, die ihm unterwegs begegnen, der Tourist sieht das, was er sich vorgenommen hat zu sehen."

Gilbert K. Chesterton

Pura Vida,
Karo & Nico