Donnerstag, 21. Juli 2016

Auf Escobars Spuren - Medellín

Mal wieder Nachtbus also. Warm angezogen, so wie es sich gehört, ging es nach Medellin. Dort angekommen kann man mit der Metro ganz bequem durch die Stadt fahren. Allerdings nicht morgens um 7:30 Uhr im Berufsverkehr, so wie wir, da wird sich fröhlich reingequetscht, frei nach dem Motto: Einer geht noch... Nunja, wir kamen irgendwie an und nach kurzer Pause im Hostel erkundeten wir ein bisschen die Stadt und tauchten in die 2,4 Mio Metropole ein. Umgeben von Bergen, an deren Hängen sich die Backsteinhäuser aneinander reihen, liegen die moderneren Hochhäuser an der Metro-Linie im Tal.







Wer die Nase voll hat von der Großstadt flüchtet am Wochenende nach Guatapé. Dieses ruhige Städtchen liegt knapp 2h entfernt an einer Lagune. Höchst willkommen für alle Touristen ist der 220m hohe Monolit, von dem aus man einen hervorragenden Rundumblick genießen kann. Ansonsten ist in dem Ort alles knallbunt und liebevoll gestaltet, sodass wir uns sofort wohlgefült haben.

220 Meter hoch und...
mehr als 700  Stufen.

Der Ausblick entschädigt.

Die Straßen von Guatapé.



Nach diesem Tagesausflug ging es zurück in die Metropole, denn am nächsten Tag wartete die Graffiti-Tour auf uns. Dabei geht es um die Kommune 13, einem der geschichtsträchtigsten Viertel in Medellin, das sich seit einigen Jahren im Wandel befindet. Von den brutalen und blutigen Kämpfen der Guerilla und des Militärs ist heute nichts mehr zu sehen - stattdessen zieren die Häuser Graffitis verschiedener Künstler, welche auf diesem Wege die Geschichte aufarbeiten. Eine neu gebaute Rolltreppe an den steilen Hängen, die insgesamt mehr als 300 Stufen einspart, ist ein Versuch der Stadt das Viertel weiter vorranzubringen. Eine teure Rolltreppe alleine wird aber nicht reichen.




Bis bald, Karo und Nico

Dienstag, 12. Juli 2016

San Gil & Barichara - Die kolumbianische Toskana

Kolumbien ist groß und die Strecken von A nach B somit weit.
Auf halber Strecke Richtung Bogota
Am besten reist es sich da mit dem Nachtbus, denn man will ja nicht den ganzen Tag im Bus sitzen. Um 22 Uhr ging es los und kurz vor 10 Uhr am anderen Morgen erreichten wir San Gil, die Outdoormetropole Kolumbiens. In einem Canyon gelegen kann man dort neben Rafting, Paragliding und Bungeejumping noch andere abenteuerliche Dinge machen.
Nach der Busfahrt wollten wir es aber nicht gleich übertreiben und sind rund um Barichara (45min von San Gil) gewandert. Dieses Dörfchen ist wirklich malerisch, umgeben von den Bergen, roten Feldwegen und ein bisschen Grün fühlt man sich ein wenig wie in der Toskana, die Temperaturen inklusive.
Die Straßen von Barichara. 
Barichara und Umgebung.
Wandern entlang des Camino Real.
Am 2. Tag ging es dann zum Downhill - Mountainbiking. Insgesamt radelten wir dabei rund 50 km, eben meist bergab, durch den Canyon und etliche kleine Dörfchen. Wer jetzt denkt, sich hierbei nur den Berg runter rollen zu lassen wäre nicht anstrengend, der hat es noch nicht versucht. Hoch konzentriert, die Hände immer an die Bremsen geklammert und meist im Stehen kommt man aber sicher und gut durchgeschüttelt ins Tal. Unsere Fahrräder waren absolute Spitze und bis auf ein paar Platten und blockierte Bremsen ist uns nichts passiert. Die grandiose Landschaft und die gute Verpflegung ließen die Zeit verfliegen und so waren wir erst wieder im Dunkeln zurück in San Gil.

Die Ausrüstung.

Warmfahren.

Posen alleine.

Posen zu zweit.

Den Ausblick genießen.

Weiter geht's.


Den letzten Tag in San Gil verbrachten wir gemütlich, schauten das EM-Finale und warteten auf den nächsten Nachtbus.

Liebe Grüße,
Karo & Nico

Sonntag, 10. Juli 2016

Auf der Suche nach der "Verlorenen Stadt"

Von Cartagena sind wir recht komfortabel in 5 Stunden mit dem Bus nach Santa Marta gelangt. Diese Stadt wäre wohl keine Reise wert, wenn es nicht den Tayrona Nationalpark in unmittelbarer Nähe gäbe. Neben Stränden beherbergt der Park die Überreste der "Ciudad Perdida" (spanisch für "Verlorene Stadt"). Um dorthin zu gelangen, muss man sich auf eine mindestens 4 Tage lange, schweißtreibende Wanderung durch den Dschungel begeben - genau das richtige für uns!

Ein Katzensprung: Cartagena - Santa Marta

Tag 1: Aufbruch

9:00 Treffen am Sammelpunkt in der Innenstadt von Santa Marta. In einem großen Jeep ging es in Richtung des Ausgangsorts - Machete. Woher dieser schöne Name stammt, erkläre ich später. Gegen 13 Uhr begann unser Fußmarsch in Richtung des ersten von insgesamt 3 Camps auf dem Weg zur Ciudad Perdida.
Die Luftfeuchte war hoch, die Sonne brannte und es wartete ein Weg voller Aufs und Abs auf uns - flach kann ja jeder ;-) Der erste Fluss war nicht weit und so konnten wir uns noch einmal erfrischen. Der kühlende Effekt war allerdings nicht von langer Dauer, denn danach ging es aufwärts. Nach einer Stunde waren wir kurz vorm "Gipfel" und Schwitzen bekam eine neue Bedeutung. Wie die Kannibalen fiel unsere Gruppe über die Melonen am Rastplatz her.
Unsere Gruppe bestand aus einem weiteren deutschen Paar, 5 Engländerinnen und einem Kanadier, angeführt wurde sie von unserem Guide John.
Der Rest des Weges führte über Stock und Stein durch wunderschöne Landschaft bis wir schließlich das erste Camp gegen 17 Uhr erreichten. Am Fluss gelegen bot sich so nochmals die Gelegenheit sich abzukühlen bevor das Abendessen serviert wurde.
Die Camps werden von einheimischen Familen geführt und sind aufs Nötigste beschränkt, aber mehr als eine Matratze mit Moskitonetz und eine Dusche brauchten wir auch nicht.
Nach kurzer Besprechung des nächsten Tages ging sehr zeitig Schlafen, worüber alle recht froh waren, denn die Erschöpfung war allen anzumerken. Den entspannten Tag hatten wir damit schonmal hinter uns.

Der sieht ganz schön fertig aus.

Weiter geht's.

Das Camp in Sicht.


Tag 2: Der lange Marsch

5 Uhr Aufstehen, 6 Uhr Aufbruch lautete die Devise. Das ganze Camp wurde fuselig, alle hatten das gleiche Vorhaben. Neben unserer Gruppe gab es noch jede Menge andere. Der Trek ist mittlerweile so beliebt, dass sich täglich mehrere Gruppen auf den Weg machen. Mit uns waren vielleicht noch 50 weitere Backpacker unterwegs, man begegnete sich auf der Strecke und abends im Camp.
Die erste Etappe ging wieder ein gutes Stück aufwärts und nach 3,5 Stunden erreichten wir Camp 2. Nach dem Entspannen im Fluss und Mittagessen mussten wir weiter Richtung Camp 3. Mit dem Vormittag in den Beinen und dem Hoch und Runter war sicherlich keiner unterfordert. Die Organisation ist allerdings sehr gut, es gibt ausreichend Pausen und Verpflegungsstände auf der Strecke, nur Laufen muss man doch noch selber. Gegen 17 Uhr erreichten wir Camp 3, welches nur 1 km von der Ciudad Perdida entfernt ist.

Ein Dorf der einheimischen Kogi am Wegrand.

Wieder einmal durch den Fluss.

Das Nachtlager.

Tag 3: Ciudad Perdida

Ein bisschen Hintergrund aus Wikipedia:

"Der Großteil der Stadt wurde zwischen dem 11. und 16. Jahrhundert errichtet, wenngleich die eigentlichen Ursprünge älteren Datums sind. Die geschätzte Bevölkerungsgröße betrug zu Hochzeiten 2.000–8.000 Angehörige des indigenen Volkes Tairona, die die Stadt kurz nach der Ankunft der Spanier wegen der Ausbreitung von Seuchen aufgeben mussten. Die Spanier selbst haben trotz des Handels mit den Tairona die Stadt nie betreten. Erst 1975 wurde die „verlorene Stadt“ durch Grabräuber wiederentdeckt und geplündert."

Aber auch die neuere Geschichte der Region ist höchst interessant und zeigt, welchen Wandel Kolumbien in den letzten Jahren durchgemacht hat.
Das Dorf Machete wurde von Bauernfamilien gegründet die von der Gewalt in ihrem Teil des Landes vertrieben wurde. Der Anbau von Mariuana und später Coca verhalf den Bauern zu einem recht entspannten Leben mit reichlich Geld. So kam es aber das im Rausch der häufigen Feiern viele Auseinandersetzungen zwischen den Familien blutig mit der Machete ausgetragen wurden.
Der Reichtum blieb nicht lange verborgen und die Guerilla wollte ihren Teil des Kuchens. Um sich zu verteidigen wurden das paramilitärische Gruppen gebildet und etliche Kämpfe waren die Folge. Die Regierung griff ein und das Land wurde unfruchtbar gemacht und alle Pflanzen beseitigt. Nicht von langer Dauer, da eine Methode der Kokainherstellung nun auch in Kolumbien bekannt wurde und nun noch höhere Profite winkten. Die Machtkämpfe zwischen den paramilitärischen Gruppen, der Guerilla und dem Militär machten die Region lange Zeit zu einer der gefährlichsten in ganz Kolumbien.
Erst mit der Wiederentdeckung der "Verlorenen Stadt" und der erneuten Vernichtung aller Pflanzen berkannte bot sich eine neue Chance für diese Region. Die ehemaligen Bauern und Soldaten wurden umgeschult und leben nun vom Anbau legaler Pflanzen sowie vom Besuch der Touristen.

Tag 3 startete natürlich wieder 5 Uhr und 6 Uhr brachen wir auf. Nach einem Kilometer erreichten wir den Anfang der Stadt, markiert durch die legendären 1200 Steinstufen, die steil nach oben führen. Hat man diese mühsam erklommen gelangt man zu den ersten Terassen. Das Geländede ist weitläufig und wir verbrachten gut 4h damit die Ruinen zu besichtigen. Außer den Toursiten, die sich nun täglich dort herumtreiben, gibt es noch ein paar Soldaten vom Militärstützpunkt, die man auf vielen Fotos im Hintergrund sehen kann.
Zum Mittagessen waren wir zurück in Camp 3 und von da an ging es den Weg zurück den wir gekommen waren bis zum Camp 2.
1200 Stufen voraus.

Der Blick auf die Terassen von oben.

Und noch mehr von unten aus zu sehen.


Tag 4: Zurück in die Zivilisation

Nun stand der "langweilige" Teil an, wieder hoch und runter den gleichen Weg, ohne das Ziel der Ruinen vor Augen. Alle waren wir uns einig, das 4 Tage Dschungel dann aber auch erstmal genug sind und so trotteten wir in Richtung Machete. Es war der heißeste Tag unserer Trekking-Tour, was es uns nicht leichter machte, aber gegen 14 Uhr hatten wir es dann geschafft und mit dem Jeep ging es wieder nach Santa Marta.






Fazit: 

Man braucht schon eine gute Portion Kondition um den Trek in 4 Tagen zu bewältigen, aber die tolle Landschaft auf dem Weg, die Ruinen an sich und die Geschichte der Region entschädigen für die Strapazen.






Mittwoch, 6. Juli 2016

Ankunft in Cartagena - Kolumbien

Wir sind offiziell in Südamerika angekommen und so ganz nebenbei in Land Nummer 3 auf unserer Agenda.
Cartagena wird im Reiseführer eingeleitet mit der Beschreibung der wunderschönen und sehr gut erhaltenen Altstadt aus der Kolonialzeit. Das in Verbindung mit dem Hafen klang für uns nach einem kleinen idyllischen Fischerdorf. Nun ja, die Hochhäuser der 1,5 Millionen-Einwohner-Stadt haben uns dann schnell auf den Boden der Realität zurückgeholt. Die Altstadt ist allerdings das Zentrum der Touristen und so lag unsere Unterkunft natürlich auch dort - und was soll man sagen, sie ist wirklich schön. Umgeben von der alten Stadtmauer geht man durch enge Gassen, durch die kaum ein Auto passt, an all den bunten Häusern vorbei und merkt nichts von all dem Trubel der Metropole herum. Die Geschäfte und Restaurants sind perfekt auf die Bedürfnisse der Touristen zugeschnitten und so sind die Wege kurz. Mehr wäre uns auch kaum zuzumuten gewesen, denn gefühlte 45 Grad (laut wetter.com) lassen einen auch so schon nur auf den Schattenseiten der Straßen laufen. Nachts "kühlt" es sich dann auf angenehme 29 Grad ab, sodass man auf eine Klimaanlage im Zimmer beharren sollte, um überhaupt ein Auge zuzumachen. Abends lässt es sich dennoch am besten die Stadt erkunden, die einfach von ihrem alten Flair lebt. Unzählige Bars und Restaurants laden zum Verweilen ein und dazu kommen noch die vielen Streetfood-Stände, sodass man stets gut versorgt ist.

Abendbummel...
...durch die Altstadt.


Die alte Bastion.

Eine Erfrischung zwischendurch.

Noch einmal Bummeln...
...am Tag.


Abendessen ist fertig.


Neben der Altstadt und einer alten Bastion befindet sich in der Nähe Cartagenas noch eine weitere Attraktion - der Schlammvulkan "El Totumo". Die Erfahrungsberichte anderer Reisender sind sehr gespalten, von Topp bis Flopp ist alles dabei, einer liebt es, der andere stört sich an allem, was zu der Tour gehört. Für knapp 20 Euro, inklusive Mittag usw. wollten wir uns selbst ein Bild machen.
So ging es eine Stunde raus aus der Stadt zum Vulkan - dieser hat in seinem Krater keine glühend heiße Lava sondern warmen Schlamm. Die Dichte ist so hoch, dass man selbst beim Reinspringen oder mit Gewalt einfach nicht untergehen kann.
Am Krater angekommen, steigt man in seine Badesachen und gibt die Kamera in die Hände eines Experten. Gut, "Experte" war der gute Mann nicht, aber man kann die Kamera ja schlecht selber mitnehmen und so macht das eben ein anderer für einen.
Danach muss man ein paar Stufen hinauf zum Kraterrand steigen und schaut in ein kleines Becken voller grauem Matsch und lustig ausschauenden Menschen. Auch ein paar Masseure bieten ihren Service an, aber alle, die das nicht wollen, werden an die Seite geschoben und kämpfen mit der Koordination im Schlamm. Komplett eingeschmiert treibt man eine Weile herum und genießt dieses außergewöhnliche Gefühl der Schwerelosigkeit. Irgendwann ist es an der Zeit sich vom Matsch zu trennen und man geht über zur Waschstation. Hier warten ein paar Kolumbianerinnen mit Wassertonnen und Schüsseln bewaffnet auf einen. Wer ein paar Zärtlichkeiten erwartet ist hier falsch, der Schlamm muss ab und zwar schnell. Die weiblichen Touristen haben gelegentlich das Problem ihre Bikinis an Ort und Stelle zu behalten und manch eine/r fühlt sich schon mal unsittlich berühert, aber schlimm ist es nicht und lustig zu beobachten obendrein. Vor der Abfahrt muss man noch jeden geleisteten Service bezahlen und so bekommen Kameramann und Waschfrau jeweils 1,30 €, in manchen Erfahrungsbericht war von "Abzocke" die Rede. Für uns war es ein spaßiger Ausflug zu einer sehr seltenen Attraktion und wer sich weder am gewaschen werden noch an dem teilweise seltsam riechenden Schlamm stört kommt auf seine Kosten.

Riesig ist der Vulkan nun nicht.

Hoffentlich geht das wieder ab.... 


Donnerstag, 30. Juni 2016

Eine Seefahrt, die ist lustig...

..., so heißt es im bekannten Kinderlied, aber für unsere Segeltour würde auch der Titel "5 Tage zwischen Korallenriff und K....tüte" passen. Dazu aber gleich mehr.


18:00 ging es an den Steg, wo Manfred mit dem Beiboot auf uns wartete und so nach und nach alle an Bord der Mintaka gebracht wurden. Es gab eine kleine Einführung zum Leben auf See mit praktischer Prüfung zur Benutzung der Bordtoilette und bald darauf, noch im sicheren Hafen geankert, Abendessen. Petra ist eine hervorragende Köchin und so stand unserer ersten Etappe (12h) zu den San Blas Inseln nichts mehr im Wege.

Nacht 0: Verlauf aus jeweiliger Sicht.

23:00

Karo: Augen zugemacht und seelenruhig eingeschlafen.

Nico: Augen zu gemacht, die ersten Wellen treffen das Boot und das Einschlafen fällt schwer bei dem ständigen Geschaukel.

23:30

Karo: Schläft tief und fest.
Nico: Die Wellen hören einfach nicht auf, wie soll man denn da in Ruhe liegen und einschlafen?

01:30

Karo: Unverändert
Nico: Habe nun alle mir bekannten Schlafpositionen durchprobiert, keine ist bequem oder auf Dauer zu halten bei dem Wellengang. Mein Mageninhalt schwappt unaufhörlich von rechts nach links und von vorne nach hinten.

03:00

Karo: Ist aufgewacht weil plötzlich Bewegung ist im Bett.
Nico: Das war eine Welle zu viel, mein Magen hat sich lange gewehrt, aber Schaukeln und Hitze sind stärker. Zum Glück liegt eine Notfalltüte bereit, die nun zum Einsatz kommt. Ich hänge eine Weile über der Tüte und sehne mich nach Frischluft.

03:15

Karo: Ist nach der unerhörten Ruhestörung wieder eingeschlafen.
Nico: Ich betrete das Deck auf wackeligen Beinen und steuere auf die Reeling zu.....ich bin leider noch nicht fertig.
Nach einer Weile schaue ich nach rechts und links und sehe drei weitere Passagiere auf dem Deck liegen, wenigstens bin ich nicht der Einzige...
Versuche auch noch einen Platz zum Liegen zu finden, was sich schwer gestaltet. Dennoch lege ich mich hin, halte mich gut fest und atme etwas Frischluft.

03:30

Karo: Träumt vom Frühstück
Nico: Habe noch ein bisschen die Fische gefüttert, langsam wird es kalt, ich habe Angst unbemerkt über Bord zu gehen und mein Magen muss doch nun endlich auch mal leer sein.
Versuche es also wieder ins Bett zu wanken und schaffe es beim zweiten Versuch.

04:00

Karo: Schläft
Nico: Diese verdammten Wellen, wie ich sie doch gerne abstellen würde. Mir ist zwar weniger schlecht, aber an Schlaf ist dennoch nicht zu denken.

08:00

Karo: Wacht gut erholt auf
Nico: Nach weiteren 4h ohne Ruhe höre ich wenigstens Geräusche und vernehme das wir gleich am Ziel sind. Erleichtert atme ich auf.

Leiden unter Deck.


Tag 1-3:

Die San Blas Inselgruppe besteht aus 365 größeren und kleineren Inseln, wie man sie sich so in der Karibik eben vorstellt. Mit herrlichem weißen Sand, ein paar Palmen rings herum und von kristallklarem hellblauem Wasser umgeben.
Wir verbrachten die Tage mit Schnorcheln an den Riffen, Schwimmen, Volleyball am Strand, Besuch der Inselbewohner und den kurzen Fahrten von einer zur anderen Insel.
Wir stellten auch fest, dass wir nicht die einzigen 2 Menschen sind, die sich so etwas wie eine Reise durch Südamerika in den Kopf gesetzt haben, sondern auch die anderen 3 Paare an Bord ihr eigenes Abenteuer geplant haben und teils noch viel länger unterwegs sein werden. So ging uns der Gesprächsstoff nie aus.
Die Nächte vor Anker bereiteten uns weniger Probleme und so konnte auch ich mich von der ersten Nacht erholen.
Dennoch ist das Leben an Bord mit Einschränkungen verbunden, dazu kommen noch die Enge und die Hitze unter Deck und auch auf dem Deck.
Platz ist Mangelware, vor allem Platz im Schatten. Ein kleines Boot mit insgesamt 10 Leuten plus Gepäck und Proviant hat nicht mehr viel freie Fläche. So ging es im Rotationsprinzip zu, mal einer hier, dann da, dann wird gewechselt. Umgeben von Wasser ist es fast komisch, aber Trinkwasser ist Mangelware und mehr als 2 Minuten unter der Dusche wurden von Petra bereits argwöhnisch betrachtet.

Ankern im Paradies.
Eine Insel für uns bitte!
Gemeinsame Abkühlung
So geht Duschen auf See.

Einfach mal untertauchen.

Einfach mal fallen lassen.

Besuch bei den Inselbewohnern.

Tag 3-5:

Nach dem Abendessen am dritten Tag setzen wir den Kurs auf das knapp 300km entfernte Cartagena. Je nach Wind also so 40-48h Fahrt, non-stopp Schaukeln inklusive. Ohne Schnorchelpausen oder Landgängen vor Augen, freute sich keiner über die anstehende Fahrt. Essen wurde zur Herausforderung, obwohl keiner mehr seekrank war und der ohnehin begrenzte Platz musste nun bestmöglich genutzt werden. Dazu kam die Beschäftigungs- und Bewegungslosigkeit. Unserem Kapitän Manfred machte das nichts aus, stoisch saß er auf seinem Platz, den Autopiloten im Blick. Wenn es doch mal was zu tun gab, dann wurde Petra gerufen, die alle Tätigkeitsgebiete inne hat, mit Ausnahme des Kaptitänsamtes. Wir mussten uns schon ab und an das Lachen verkneifen, aber die letzten 26 Jahre haben die beiden so auf See verbracht.
Uns anderen fiel es schwer den Tag zu füllen, aber irgendwie schafften wir es doch un. die letzte Nacht an Bord brach an.

Nacht 5: 

So ein Segelboot hat den Vorteil der Segel, die einem Sprit sparen und man so um die Welt gelangen könnte. Wenn kein Wind weht, muss man eben auf den Motor zurückgreifen. Nachteil des Segeln ist die teils extreme Schieflage des Bootes. Die eine Seite ist fast im Wasser die andere hoch oben in der Luft. Bewegung ist somit auf und unter Deck, sagen wir, erschwert.
Der Wind stand gut und unser Boot dementsprechend schief. Egal welche Position ich im Bett einnahm, irgendwo musste ich mich immer festhalten oder abstützen, schlafen war also wieder unmöglich. Erst als Wind abflaute, der Motor anging und das Boot sich stabilisierte, machte auch ich ein Auge zu. Froh es fast geschafft zu haben.

Ankunft:

Nach dem Frühstück war es dann soweit, Land in Sicht. 11:00 Uhr erreichten wir den Hafen von Cartagena und waren noch nie so froh festen Boden unter den Füßen zu haben. Wie man doch das Festland vermissen kann.

Fazit:

Ja, wir würden es wieder machen, aber wir wurden auch unserer romantischen Vorstellung vom Segeln beraubt. Wir hatten eine super Gruppe an Bord, konnten über Manfred und Petra lachen, wurden bestens bekocht und haben traumhafte Inseln und Riffe gesehen. Doch wir sind uns auch alle einig, dass keiner so schnell auf den nächsten Segeltrip gehen wird. Um wirklich Strecke zu machen ist so ein kleines Boot einfach mit zu vielen Einschränkungen verbunden. Wir sind nun aber auch eine Lektion reicher und schließlich angekommen um Kolumbien zu erkunden.