Donnerstag, 11. August 2016

Ecuador - Willkommen auf dem Festland

Von Galapagos ging es nach Guayaquil, der größten Stadt Ecuadors mit mehr als 2 Mio. Menschen und damit sogar vor Quito.


Ankunft.
Großstädte waren bisher nie das Highlight unserer Reise und so reiht sich auch diese in die Kategorie "Knotenpunkt" ein, irgendwo muss man ja landen und den nächsten Bus nehmen. Die Stadt ist nicht etwa schlechter als ihre Vorgänger und es gibt auch ein paar nette Ecken, aber nichts was einen dort länger halten würde.
Nach fast 2 busreisefreien Wochen ging es also mal wieder zum Terminal und in Richtung Süden nach Cuenca. Immerhin die drittgrößte Stadt des Landes (Ecuador gesamt knapp 13 Mio), aber mit nur noch 300.000 Menschen wesentlich beschaulicher. Eingebetet auf 2500 m.H. und durchzogen von einem schönen Fluss fühlten wir uns in der kolonialen Altstadt sofort wohl.
Der Versuch eine unheimlich klebrige Popkornkugel zu essen.
Der Dom in Cuenca.
Naja, zumindest bis wir in den Cajas Nationalpark aufbrachen für eine kleine Wanderung. Dort hat Karo zum ersten mal Bekanntschaft mit der Höhenkrankheit gemacht. Der Umschwung von 2 Wochen Strand auf Meereshöhe hinauf auf die 4200m im Cajas waren ein bisschen viel. Das erste Stück der Wanderung war noch kein Problem, da wir entlang der herrlichen Lagunen meist bergab gingen. Der Rückweg gestaltete sich dann etwas schwieriger. Wofür ein "fitter" (nicht höhenkranker) Mensch - nennen wir ihn Nico - vielleicht eine Stunde gebraucht hätte, benötigten wir zusammen mehr als 3 Stunden. Karos Körper wollte einfach nicht! Abgesehen von Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Appetitlosigleit und Schwindel war da noch das Herz, welches nach jedem zehnten Schritt "presslufthammerartig" jenseits der 200er Marke schlug. So schlimm, dass das Hinsetzen, teilweise durch Hinlegen ersetzt werden musste. Glücklicherweise war der Himmel strahlend blau und die Sonne angenehm warm. Angetrieben durch die Motivationsfloskeln "Es ist nicht mehr weit" und "Wir sind gleich da", kämpfte sich Karo tapfer Schritt für Schritt zurück zum Parkplatz.
Da ging es uns noch beiden gut.

Die Landschaft war die Mühen wert.
Nur um dort festzustellen, dass mal wieder einer (Nico) vergessen hatte das Licht im Mietauto auszumachen und die Batterie leer war. Passierte uns nicht zum ersten Mal und so suchten wir auf dem Parkplatz schnell Hilfe. Der Trick mit dem "Anschieben und zweiter Gang" ist auch in Ecuador bekannt und so schaffte es ein netter Ecuadorianer unseren Wagen wieder zum Laufen zu bringen. Die Stunde Fahrt nach Cuenca war dann genug um die Batterie wieder aufzuladen. Nach ein bisschen Ruhe, Abendessen und Schlaf ging es dann auch Karo wieder gut und wir haben gelernt was Akklimatisierung wirklich bedeutet.

Knapp 100 km nördlich von Cuenca befindet sich "Ingapirca". Angepriesen mit "Das Machu Picchu Ecuadors" wird die Messlatte durch die Tourismusindustrie natürlich recht hoch gelegt. Der Einfluss der Inkas reichte damals von Peru aus bis hinein nach Ecuador. Nach etlichem Widerstand mussten sich die Canari (Ureinwohner) geschlagen geben und die Inkas übernahmen Ingapirca. Auf knapp 3200m befinden sich die Ruinen und leider ist die Höhe die größte Ähnlichkeit mit Machu Picchu. Das Tal um die Ruinen bietet ein paar schöne Ausblicke, aber die Ruinen an sich sind recht überschaubar. Die meisten der Strukturen sind in Canari-Bauweise und kaum erhalten, nur der Sonnentempel wurde nach Art der Inka gebaut und ist das Prunkstück der Anlage. Wenn man sich Zeit lässt beim Rundgang, auch das Museum besichtigt und noch ein bisschen um die Ruinen am Berghang wandert, sollte man 2h einplanen. Wir haben es gerne mitgenommen und ein bisschen was über die Geschichte gelernt, aber der Machu Picchu-Vergleich hinkt...

Der Blick auf die Ruinen von Ingapirca.
Ein Bummel durch die Anlage.
Die Lamas fühlen sich dort offensichtlich wohl.
Mehrn von unserer Tour in den Süden gibt es im nächsten Post.
Liebe Grüße,
Karo & Nico

Donnerstag, 4. August 2016

Galapagos - Ein Traum wird wahr

Die Inseln standen schon einmal auf unserer Urlaubswunschliste, aber die weite Anreise, sowie die Preise hielten uns damals doch von einem Besuch ab. Doch nun, da wir sie in fast greifbarer Nähe hatten, haben wir es endlich geschafft.

Isabela, links - Santa Cruz, mittig - San Cristobal, rechts

Bevor wir zu unserem Bericht kommen, zunächst wieder ein paar Hintergrund-Informationen von Wikipedia:
Die Galapagosinseln bestehen aus 13 Inseln mit einer Fläche von mehr als 10 km² und über 100 kleineren bis winzigen Inseln. Fünf davon sind besiedelt: San Cruz, San Cristobal, Isabella, Florena und Baltra.
Obwohl in Äquatornähe gelegen, ist das Klima aufgrund des mit 20 Grad Celsius relativ kühlen Meerwassers (vom Humboltstromund von aufsteigendem Tiefenwasser) eher gemäßigt. Das nährstoffreiche Tiefenwasser ist verantwortlich für den Artenreichtum rund um den Archipel.

Tag 1 & 2: Isla Santa Cruz
Die Anreise haben wir ja schon beschrieben und schließlich bezogen wir unser Hotel im beschaulichen Puerto Ayora. Beim Bummel durch die Stadt fielen uns zwei Dinge auf. Erstens, alles entlang der Wasserfront ist neu gemacht und lädt zum Verweilen ein, aber eine Häuserreihe weiter hinten ist vielerorts der Putz schon etwas ab - gelinde gesagt.
Zweitens, Galapagos ist kein guter Ort für Sparer. Auf der Avenida Darwin (besagter Prachtstraße) sind die Preise sogar über dem europäischen Niveau, aber da die Leute eben was essen müssen, verlangt man auch gerne mal 16$ für Spaghetti. Für geübte Backpacker wie wir nunmal sind, ließ sich auch etwas in unserer Preisklasse zum Mittag finden, man muss eben nur ein bisschen suchen. Anschließend ging es zum Darwin Forschungszentrum, wo man etwas rund um die Inseln erfährt und wo wir zum ersten mal die großen, dicken Panzerträger zu Gesicht bekamen. Und die sind sooo unfassbar cool.
Das erste Prachtexemplar.

Am nächsten Morgen war das Wetter perfekt und es ging auf zur Lagune (bei Tortuga Bay) zum Baden. Das Wasser schimmerte im Licht in allen Blautönen und sah verlockend aus, doch der Humboldtstrom sorgt für eine ordentliche Abkühlung. Wer in Sachen Sonnenbaden Nachhilfe benötigt, der sollte bei den Iguanas vorbeischauen. Diese Echsen sind dort überall zu finden, denn nach dem Fressen im Meer brauchen sie wieder Wärme und tanken am Strand auf.

Ein Iguana allein auf weiter Flur. 
Strandtag!!!
Tag 3 - 5: Isla San Cristobal
Wenn man nicht gerade eine der Kreuzfahrten machen will, au denen man von Insel zu Insel gefahren wir, dann kann man auch die Fähre nehmen. So ging es 2h von Santa Cruz nach San Christobal. Dort ist es schon ein bisschen ruhiger und man sieht nicht mehr ganz so viele Touristen.
Ein Must-Do ist auf jeden Fall das Schnorcheln am Kickers Rock. Dieser riesige Stein liegt vor der Insel und über die Jahre ist ein Teil abgebrochen, welcher eine 4m breite Felsspalte hinterlassen hat. Rings um den Stein, sowie in der Felsspalte tummelt sich das Meeresleben. Einen Hammerhai haben wir leider nicht gesehen, aber dafür Meeresschildkröten, andere Haie, bunte Fische jeder Art und sogar einen putzigen Oktopus. Das ist sozusagen die angemessene Entschädigung, denn trotz Neoprenanzug waren wir nach knapp 2h Schnorcheln ordentlich durchgefroren.


und mitten drin.
Kickers Rock aus der Ferne


Unterwasserwelt 1.

Unterwasserwelt 2.
Meeresschildkröte im Anflug.

Schnorchelprofis.
Ansonsten erkundeten wir San Cristobal im Alleingang und entspannten an den verschiedenen Buchten und Stränden, wo ein Seelöwe nie weit entfernt war. Manch einer kam uns im Wasser sogar zum Greifen nahe und spielte ein wenig mit uns.



Tag 6: Zwischenstopp auf Santa Cruz
Da wir nicht den ganzen Tag im Boot verbringen wollten, machten wir wieder Halt auf Santa Cruz, um am nächsten Tag weiter nach Isla Isabela zu fahren.
Da die Boote sehr zeitig fahren (7 Uhr), war noch genug Zeit, um die Riesenschildkröten im Reservat "El Chato" zu besuchen. Dort leben knapp 200 Examplare quietschvergnügt in fast freier Wildbahn. Entweder sie Grasen gemütlich, naschen eine Quitte oder ruhen sich in der Lagune aus. Wir waren jedenfalls glücklich damit beschäftigt ihnen dabei zuzusehen und ein Foto nach dem anderen zu machen.

Nicht so nah rangehen - sind ein wenig scheu.
Gut, nicht alle sind anscheinend scheu.
Gesunder Snack für Zwischendurch!

Tag 7 - 10: Isla Isabela
Wieder ging es knapp 2h übers Wasser auf die Größte der Galapagosinseln, welche etliche Vulkane zu bestaunen hat. Im Allgemeinen kann man einige Aktivitäten auf den Inseln alleine machen, wie kurze Wanderungen oder an der Küste Schnorcheln gehen, für andere braucht es allerdings eine Tour. Häufig ist dies mit dem Naturschutz zu begründen oder der Notwendigkeit eines Bootes, manchmal möchten die Inselbewohner (von uns "Gelappen" getauft) auch einfach noch ein bisschen mehr am Tourismus verdienen. Für die Tour zu den Vulkanen Sierra Negra und Chico brauchte es eine geführte Tour.
So ging es aus dem Ort auf knapp 1000m Höhe - oben angekommen waren wir sogar über den tiefhängenden Wolken und hatten Sonne pur. Das erste Stück führte uns zum Schlund des Sierra Negra, welcher knapp 10km im Durchmesser hat - man sollte also möglichst nicht in der Nähe sein, wenn er mal wieder ausbricht.
Der passt nicht mal halb aufs Bild.
Weiter ging es durch durch die Lavafelder, welche Zeugnis der vergangenen Ausbrüche sind. Neuere Felder ganz in Schwarz und die ältere Lava mittlerweile rotbraun vom Eisenoxid. Nur vereinzelt gibt es Kakteen oder andere Vegetation und man fühlt sich wie in einer anderen Welt.


Der Vulkan Chico ist schon wesentlich beschaulicher. Von seinem Kraterrand hat man einen herrlichen Blick über diese unwirkliche Welt und sieht die Insel mit ihren Buchten bis in die Ferne.
Blick in den Chico.
Einzig die Suche nach den gelben Landiguanas war leider erfolglos. Daran zeigt sich das Dilemma mit dem sich die Inselregierung auseinandersetzen muss. Es ist die Gratwanderung zwischen Tourismus und Naturschutz. Wie viele Touristen vertragen die Inseln und ihre tierischen Ureinwohner? Bisher besuchen knapp 160.000 Menschen dieses Naturparadies jährlich und die Versuchung, diese Zahl nich zu erhöhen ist mit Sicherheit groß - aber ob die Natur das noch verträgt ist fraglich. Die gelben Iguanas gibt es jedenfalls noch auf Isabela, aber nicht mehr an den Stellen, wo wir die Vulkane besucht haben. In der Hochsaison kommen teils 600 Wanderer am Tag - da ist nur verständlich, dass die Echsen ihr Brutgebiet in entlegenere Teile der Insel verlegt haben.
Wir hätten sie schon gerne fotografiert, aber auch so haben wir immerhin ein paar fantastische Ausblicke gehabt.




Neben Wandern kann man natürlich Baden und Schnorcheln gehen und auch versuchen noch weitere einzigartige Tiere zu entdecken. So war unser Versuch die kleinen Pinguine aufzuspüren wenigstens mit Minimalerfolg gekrönt, denn einen haben wir gesehen, wo sich die anderen versteckten, wissen wir nicht. Isabela ist recht divers, so gibt es neben den Vulkanen, noch Feuchtgebiete, in denen sich Flamingos niedergelassen haben. Außerdem beheimatet die Insel nicht nur eine Riesenschildkrötenart, sondern gleich 5, jeder der großen Vulkane hat seine eigene Subspezies. Aufgrund dieser Abwechslung und der Ruhe ist Isabela unsere Lieblingsinsel geworden.

Blick auf die Lagune und die Flamingos.

Der Strand in Puerto Villamil.
Tag 11: Ein letztes Mal Isla Santa Cruz
Irgendwann mussten wir halt auch wieder zurückfliegen. Den letzten Tag ließen wir gemütlich ausklingen beim Besuch der "Las Grietas", wo man in einer ruhigen Felsschlucht schnorchelt. Ansonsten hatten wir das gute Gefühl alles gesehen zu haben, was uns interessierte und bummelten ein letztes Mal die Avenida Darwin entlang.

Las Grietas.

Fazit:
Wer nicht tausende von Euro für eine Kreuzfahrt übrig hat, kann die Inseln auch im Alleingang erkunden und dabei voll in diese einmalige Inselwelt eintauchen. Wir waren an vielen Stränden, gingen Schnorcheln mit dutzenden von Meeresschildkröten, haben mit Seelöwen gespielt, die Riesenschildkröten selbst in freier Wildbahn entdeckt und sonst fast jedes andere "sehenswerte" Tier vor die Kamera bekommen. Wir haben viel über das Zusammenleben von Mensch und Tier gelernt und wissen uns nun als priviligiert, diese einmaligen, faszinierenden Inseln selbst erlebt und alles mit eigenen Augen gesehen zu haben. Wir haben aber auch gerlernt, dass man die eigene Erwartungshaltung nicht maßlos hoch setzen sollte und nicht jede Tour gemacht haben muss. Nicht jeder Strand ist strahlend weiß und nicht überall lassen sich Kolonien von den jeweiligen Tieren finden, die perfekt für die Kamera posieren. Man muss eben Glück haben und sich der Einzigartigkeit von Galapagos einfach bewusst sein.
Die Inseln sind ein Paradies für Mensch und Tier, noch.


Und eins ist sicher, eine Riesenschildkröte sieht jeder!

Liebe Grüße,
Karo & Nico



Freitag, 29. Juli 2016

Wie kommt man auf die Galapagos - Inseln?


Am 22.07 bestiegen wir also den Flieger nach Quito, um das nächste Kapitel unserer Reise aufschlagen zu können - Galapagos.

Willkommen in Land Nummer 4.

Um nach Galapagos zu gelangen muss man A) gut Schlange stehen können, B) Geduld haben und C) ausreichend Bargeld mitführen. Dann muss man nur diese 10 einfachen Schritte befolgen und auf geht's.

1. Nach Ecuador reisen, denn nur von Quito oder Guayaquil gibt es Flüge auf die Galapagosinseln.

2. Am Flughafen (Quito oder Guayaquil) die Touristenkarte für Galapagos kaufen. Wir waren dafür morgens um 5 am Flughafen und standen das erste Mal Schlange. Für 20$ bekommt man ein Stück Papier mit der Aufschrift "Tourist Card". Warum wir die haben? Wir wissen es noch nicht.

3. Gepäck scannen lassen. Weiter ging es zur Kontrolle auf frische Früchte, Milchprodukte und dergleichen, alles Dinge, die man zum Schutz des Ökosystems nicht einführen darf.

4. Endlich weiter zum Check-In, wie bei jedem anderen Flug auch und schließlich in den Flieger.

5. Nach der Landung hieß es wieder Schlange stehen - obwohl wir tags zuvor ja schon offiziel nach Ecuador eingereist sind, durften wir nun den Eintritt für die Galapagosinseln bezahlen. Für weitere 100$ bekamen wir aber auch einen schönen Stempel in den Pass und wurden ordnungsgemäß registiert.

6. Gepäck abholen und danach gleich wieder zur abermaligen Gepäckkontrolle, während des Fluges hätten wir ja wieder was Verbotenes einpacken können...

7. Wer wie wir auf Baltra landet, stellt fest, dass es sich hierbei auch um eine Insel handelt. Also mussten wir als erstes vom Flughafen mit dem Bus zur Fähre.

8. Mit der Fähre setzen wir die doch immerhin knapp 30m über, da könnte man auch eine Brücke bauen, sollte man meinen.

9. Am Dock warteten schon etliche Taxis, aber auch ein Bus, auf die neuen Touristen und so ging es für uns in das rund 45 min entfernte Puerto Ayora, der Hauptstadt von Isla Santa Cruz.

10. Einchecken im Hotel und endlich Urlaub machen - Den hat man sich nach den Strapazen auch vetdient.

Wir erholen uns nun und da das Internet auf den Inseln fast einschläft, gibt es die vielen Bilder erst in einer Woche vom Festland aus.
Eins schon mal vorab, weil sie so fotogen sind.


Bis dahin,
Karo & Nico

Auf Wiedersehen Kolumbien

Nach der Tour zum Caño Cristales ging es ein weiteres Mal nach Bogota. Auch der zweite Eindruck wurde nicht besser, sodass man meinen könnte, dass das Beste an Bogota der Flughafen ist. Wir haben zwar auch ein paar der wenigen schönen Ecken durch Zufall entdeckt, aber ansonsten konnten wir der Stadt nichts abgewinnen. Auch beim recht beeindruckenden Blick vom Berg Monserrate auf die unzähligen Dächer der Metropole waren wir uns einig, dass wir uns mit dem endlosen Grau in Grau nicht anfreunden könnten.

Der Ausblick vom Monserrate.

Zum Glück ist Bogota aber auch nicht repräsentativ für den Rest des Landes, denn Kolumbien war die bislang größte Überraschung auf unserer Reise und unser bisheriger Favourit, obwohl wir in ein bisschen mehr als 3 Wochen leider nicht alles sehen konnten. Die Landschaft ist unfassbar schön und vielfältig, die Leute sind allesamt nett und hilfsbereit und man bekommt für wenig Geld richtig viel. Zudem war das Reisen unkompliziert und wir haben uns überall wohl gefühlt, sodass wir es nur jedem empfehlen können! Es ist für jeden etwas dabei!

Wir kommen wieder, irgendwann.
Liebe Grüße,
Karo & Nico

Samstag, 23. Juli 2016

Caño Cristales - Der Fluss der 5 Farben

Durch Sabrina, einer Kollegin von Karolin, wurden wir überhaupt erst darauf aufmerksam, dass es diesen Fluss in Kolumbien gibt.
Leicht zu erreichen ist diese Gegend alledings nicht, mit dem Bus wären es mehr als 16h von Bogota. Wir brauchten also eine Tour um nach "La Macarena", dem Ausgangsort, zu gelangen. Im Internet wurden wir fündig und nach ein paar Mails buchten unser 3-tägiges Abenteuer.

Tag 1: Anreise & erste Erkundungstour

Dafür mussten wir mal wieder richtig zeitig aufstehen, denn 5.00 Uhr morgens hieß es Treffen am Flughafen von Bogota. Dass der Flughafen bis 10.00 Uhr in "La Macarena" geschlossen sein würde, wussten wir da noch nicht. So mussten wir lange warten, bevor wir unser kleines Flugzeug betreten konnten. In diesem Fall war es kein normaler Linienflug, sondern eine gecharterte Maschine - ohne Sicherheitskontrolle ging es direkt zum Flugfeld, wo das Flugzeug für uns, die VIPs, und die anderen bereitstand.

Ob das gut geht?
Schauen wir mal...
Ob es nun am kleinen, wackligen Flugzeug lag, wissen wir nicht, aber Karo musste sich danach erstmal im Hotel erholen.
So musste ich nach dem Mittag mit unserer Gruppe, insgesamt 10 Leute und 2 Guides, alleine losziehen. Das schlechte Wetter, Regen und Nebel, weswegen auch der Flughafen morgens geschlossen hatte, hielt noch eine Weile an, sodass wir uns die Regenponchos tief ins Gesicht zogen.
Kann ja eigentlich nur besser werden.
Am ersten Tag ging es noch zum Cristalitos, dem kleinen Bruder des Caño Cristales (Caño =Bach). Wir wanderten den Strom entlang auf der Suche nach den roten Algen, welche den Fluss bekannt gemacht haben. Nachdem das Wetter besser wurde, zeigte sich das Farbenspiel zumindest ein wenig, aber es war ja schließlich erst Tag 1.

Da sieht man schon ein Bissl.
 
Tag 2: Es wird bunt!


An Tag 2 war Karo wieder gut erholt an Bord und es konnte losgehen. Erst mit dem Boot und noch ein Stück weiter im Jeep ging es für alle in die Nähe des Caño Cristales. 13km standen auf der Tagesordnung, um alle drei "Finger" des Flusses zu entdecken und nebenbei ein paar Badepausen einzulegen.

Badespaß!!!
 


Das Wetter war auf unserer Seite und die Sonne brachte den Fluss zum leuchten. Hinter jeder Biegung erblickten wir einen noch schöneren Teil des Flusses und genossen die Wanderung durch die Natur.
Lange Zeit tobten Kämpfe in der Region welche den Tourismus unmöglich machten, nun steigen die Besucherzahlen von Jahr zu Jahr (2015 - 15.000, 2016 - mehr als 20.000 erwartet). Dennoch ist das Hauptaugenmerk der Region der Schutz der Natur und sie ist damit ein Paradebeispiel für den Ökotourismus.

Wir waren sehr froh hautnah dabei zu sein und die Farben erblicken zu können. Im Idealfall hat man alle 5 Farben auf einem Foto.

Rot - die Algen
Gelb - der Flussboden
Blau - der Himmel bzw. die Spiegelung im Wasser
Grün - Moos und die Natur herum
Grau - Die Felsen

Ich glaube man sieht es ganz gut auf den Fotos.


 




Tag 3: Ausklingen und Abreise

Am Vormitag ging es nochmals an einen anderen Teil de Flusses, bevor wir am Nachmittag leider schon wieder in den Flieger mussten wir über Villavicencio nach Bogota zurückzukehren. Wir hätten problemlos noch mehr in dieser schönen Gegend erkunden können, aber 3 Tage haben zumindest für die Highligts gereicht.

Vielen Dank Sabrina,
Liebe Grüße
Karo & Nico

Donnerstag, 21. Juli 2016

Salento - Im Tal der Riesenpalmen

Wir verließen Medellin natürlich im Bus in Richtung Süden nach Salento. Dieses kleine Städtchen liegt im Herzen der Kaffeezone Kolumbiens auf mehr als 2500m Höhe. Es ist der Ausgangspunkt für Ausflüge in den "Parque National de los Nevados", welcher das "Valle de Cocora", das Tal der Wachspalmen, beheimatet.




Salento von oben.


Wo ein reiches Land wie Costa Rica für jeden Nationalpark mindestens 15€ Eintritt verlangt hat, ist dieser riesige Park für alle frei. Von Salento aus fahren einen Jeeps für 1€ zum Startpunkt. Man könnte auf diesen Wegen endlos laufen bis auf den mehr als 5000m hohen Gletscher, aber die Hauptrunde beinhaltet knapp 6h Laufzeit.
Der Tag startete schon mit Regen, sodass wir, eigentlich schon aufbruchsfertig, nochmal ins Bett gingen. Zwei Stunden später starteten wir dann bei leichter Bewölkung.


Den ersten Teil ging es durch Tals, begleitet von ein paar kleinen Schauern. Als wir uns schließlich zur Mittagszeit den Anstieg zu einer hochgelegenen Finca (2800m) im Regen emporgekämpft hatten, war die Sichtweite ins Tal knapp 0,958m, grob geschätzt. Wir waren froh in diesem Nebel überhaupt die Finca zu sehen. Es war nun auch Zeit für eine Pause und so gab es Kakao und Käsebrot.

Kleine Rast.
Ausblick ins Tal - Gute Sicht.




Ein wenig enttäuscht trotteten wir im Nebel wieder in Richtung Ausgangspunkt. Nicht lange und wir mussten uns unterstellen - Starkregen. So warteten wir also und auf einmal sahen wir ein bisschen Blau am Himmel und es wurde immer mehr. Genau zum richtigen Zeitpunkt hatte uns der Wettergott erhört und wir holten die Kamera raus. Endlich sahen wir die bis zu 60m hohen Wachspalmen im Tal und waren quietschvergnügt.

 


Wer findet Nico?
Wir schossen ein Foto nach dem anderen bis wir am Nachmittag wieder nach Salento fuhren.
Wir wären gerne noch länger geblieben, denn die Lage in den Bergen und das einladende Örtchen haben uns sehr gefallen, aber am dritten Tag mussten wir schon weiter nach Bogota.

Liebe Grüße,
Karo & Nico