Donnerstag, 18. August 2016

Der Quilotoa-Loop

Von Cuneca nahmen wir den Bus Richtung Norden um nach Latacunga zu gelangen. Man kann dabei entweder die schöne Landschaft im Vorbeifahren genießen oder jede Kurve verfluchen - nach 8h kamen wir jedenfalls an. Latacunga ist, obwohl in unmittelbarer Nähe zum Cotopaxi Nationalpark gelegen, nicht wirklich schön. Die meisten, so wie wir, legen dort nur einen kleinen Zwischenstopp ein und brechen danach zu einer Tour auf.

Quilotoa ist der Name eines Vulkankraters und des sich darin befindenden Kratersees, welcher im National Las Llinizas liegt. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob es Fluch oder Segen ist, dass man heute schon alles im Voraus recherchieren kann. Auf der einen Seite hat man schon eine gewisse Vostellung und kann sich das Beste aussuchen, aber irgendwie kommt man sich auch so vor, als würde man alles nur nachmachen. Seit einiger Zeit erfreuen sich Wanderungen auf dem Quilotoa-Rundweg (=Loop) zumindest grosser Beliebtheit bei Reisenden. Zum einen kann man gefuehrte Touren unternehmen oder wie wir eben einfach selbst aufbrechen und durch die Anden wandern. Mittlerweile haben sich auch ein paar nette Hostels an den Wegpunkten angesiedelt, die einen gut versorgen, sowie Hinweise geben.
Start und Ende der Runde ist Latacunga, dazwischen liegen mindestens 3 Tageswanderungen von Bergdorf zu Bergdorf und so ist man insgesamt meist 4 Tage und 3 Nächte unterwegs. 

Tag 1: Latacunga - Sigchos - Insinlivi (2900m.H. auf 2950m.H)
Was komisch klingt ist die Reihenfolge der Ortsnamen am ersten Tag. Mit dem Bus ging es um 10 Uhr von Latacunga nach Sigchos, um dort mit dem Wandern anzufangen. Bewaffnet mit einer Art Wegbeschreibung vom Hostel zogen wir also los. Der Anfang war schnell gefunden und das erste Stück ging stets bergab ins Tal hinein.



Erst als wir das Tal verlassen sollten, um mit dem Aufstieg zu beginnen, war unsere Beschreibung nicht wirklich präzise. Als wir also im Hof von einem der Bauern standen und vom Hund angeknurrt wurden, entschieden wir uns umzudrehen und uns neu zu orientieren.



Wo geht´s doch gleich lang?
Schließlich fanden wir den Pfad und stießen nach etlichen Höhenmetern auf die Straße Richtung Sigchos. Begleitet von einer alten Frau, ihrer Tochter, 4 Schafen, einem Schwein und einem Hund liefen wir die letzten Meter in den kleinen Ort. 
Kaum um die Ecke erblickten wir unser Hostel und wir fühlten uns wie auf einer bayerischen Berghütte. Empfangen von zwei oesterreichischen Voluntären bekamen wir unser kleines Zimmer und erholten uns vom ersten Tag und den 5h Wanderung.
Alle Hostels auf der Runde bieten Halbpension an, damit man abends nach dem langen Tag die Batterien auffüllen kann und morgens gut gestaerkt loszieht.
Punkt 19 Uhr versammelten sich also alle hungrigen Gäste im Speiseraum. Wir saßen am deutschen Tisch zusammen mit zwei Lehrerpaaren aus Bayern auf gemeinsamer Urlaubsreise und fühlten uns in die Alpen versetzt.

Der Bick vom Llulla Llama Hostel.
Tag 2: Insinlivi - Chugchilan (2950m.H auf 3000m.H)
Morgens herrschte schon rege Betriebsamkeit, da die meisten natürlich zur nächsten Etappe aufbrechen wollten. Wir schafften als Erste den Aufbruch, aber eine andere Gruppe stand ebenfalls in den Startlöchern. Wir folgten wieder den Wegweisern ins Tal, bevor wir eine Weile am Fluss entlangliefen. Wie schon am Tag zuvor war die letzte Hürde der Aufstieg aus dem Tal. Diesmal hatten wir allerdings mit dem sandigen Untergrund zu kämpfen, welcher jeden Schritt doppelt schwer machte. Endlich oben angekommen konnten wir den Ausblick genießen. Allerdings war weit und breit nichts von der anderen Gruppe zu sehen und wir wunderten uns, wo sie wohl abgeblieben sein mochten.





Das letzte Stück war dann leider nicht mehr sonderlich spannend, zog sich aber, leicht bergauf, ganz schön hin. Nach der wohl verdienten Dusche im Hostel, um den ganzen Staub los zu werden, und ein bisschen Ruhe, hörten wir bekannte Stimmen. Die anderen waren angekommen und wie sich herausstellte, hatten sie sich schon nach wenigen Metern für den falschen Weg entschieden und etliche Extrameter zurueckgelegt. Den Abend verbrachten wir dann zusammen mit Tischtennis, Tischkicker und Billiard und entschieden uns am naechsten Tag gemeinsam loszuziehen.

Tag 3: Chugchilan - Quilotoa (3000m.H auf 3900m.H)
Das Highlight hatten wir uns fürs Ende aufgehoben. Unsere Gruppe brach also diesmal zusammen auf, wir, 2 Australierinnen, 2 Holländer, ein Belgier und ein Amerikaner.

Zusammen sind wir stark!!
Somit konnte ja eigentlich nichts schief gehen. Während die ersten beiden Tage schon anstrengend waren, versprach dieser Tag noch eine Schippe drauf zu legen. Schließlich galt es die mehr als 1000 Höhenmeter zum Kraterrand zu bewältigen und im knapp 4000 Metern hohen Quilotoa (auch das Dorf heisst so) anzukommen. Eine Kurve nach der anderen schlängelten wir uns auf sandigem Boden nach oben. Nach knapp 5 Stunden schauten wir dann vom Kraterrand hinunter in den See.




Wir schossen etliche Fotos und folgten dann dem erstbesten Weg in Richtung Quilotoa. Im Inneren des Kraters ging es auf schmalen Pfaden entlang. Irgendwann hatten Pausen und Fotostopps uns vom Rest der Gruppe getrennt und es ging alleine weiter - so weit sollte es auch eigentlich nicht mehr sein. Stutzig wurden wir, als der Weg uns immer weiter nach unten führte, wobei die Stadt doch oben am Rand gelegen ist. Wir schauten uns nach Alternativen um und stießen auf einen Hirtenweg der uns schließlich an den Kraterrand zurückbrachte.

 


Von unseren Mitstreitern war aber wieder keine Spur zu sehen. Erst als wir schon zwei Stunden im Hostel waren, kam der Rest dazu - sie waren dem Weg in den Krater gefolgt und mussten folglich irgendwann den ganzen Weg aus dem Krater nach oben.

Tag 4: Quilotoa - Latacunga
Nach dem Fruehstueck wollten wir gemeinsam den Bus in Richtung Latacunga nehmen. Eigentlich sollte dieser um 9 Uhr fahren und so warteten wir, wie in Ecuador ueblich, am Strassenrand. Ein Taxifahrer wurde sofort auf uns aufmerksam und meinte, dass der Bus erst um 10 Uhr kaeme. Wir dachten es waere nur ein Trick und warteten weiter. Nach 20 min in der Kaelte und ohne Aussicht auf den Bus, nahmen wir dann doch das Taxi. Jetzt mussten wir nur noch irgendwie die 8 Leute auf die 4 Plaetze verteilen. So hatten uebereinandergestapelt immerhin noch 6 im Taxi Platz und 2 sassen hinten auf der Laderampe des Pick-Up. Die Fahrt dauerte eine halbe Stunde und wir stiegen im naechsten groesseren Ort in den Bus nach Latacunga.
Dort endete dann auch unser gemeinsames Abenteuert und wir verstreuten uns in alle Himmelsrichtungen. Fuer uns ging es zur Entspannung weiter nach Baños. 
Die Pause haben wir uns verdient!

Fazit:
Es ist erstaunlich wie gut es fuer uns gelaufen ist. Wir haben stets relativ problemlos unseren Weg gefunden und sind durch wunderschoene Andentaeler gewandert.



Wir hatten absolutes Glueck mit dem Wetter, es war fast schon ein bisschen zu sonnig, aber darueber wollen wir uns nicht beschweren. Wir wurden von den Hostels auf unserer Runde mehr als positiv ueberrascht, vor allem das Llulla Llama am ersten Tag war ein Traum. Zudem haben wir Gleichgesinnte getroffen und hatten zusammen viel Spass. Der Kratersee am Ende ist definitiv einen Besuch wert, aber in diesem Fall kann man schon sagen, dass der Weg noch viel besser war und das eigentliche Ziel der Runde ist.
Obendrein ist es eine der billigsten Touren die man machen kann, denn keines der Hostels auf dem Weg hat mehr als 25$ pro Person und Nacht (inklusive Abendessen und Fruehstueck) gekostet und Busse kosten ja eh fast nix.

Liebe Gruesse,
Karo & Nico




Samstag, 13. August 2016

Vilcabamba - Im Tal der Hundertjährigen

Mit unserem Flitzer ging es von Cuenca also nach Vilcabama. Die rund 250km Entfernung wuerden auf eine kurze Fahrt schliessen lassen, allerdings ist die Geografie das groesste Hindernis. Gerade Strecken gibt es in Ecudador anscheinend nicht, die naechste Kurve ist nie weit entfernt und man schlaengelt sich entweder den Berg rauf oder runter. Langweilig wird die Fahrt so also nicht und die Ausblicke sind schon auf der Strasse teils spektakulaer.


Auch ueber Stock und Stein unterwegs. 
So brauchten wir 5h und waren froh das Auto endlich verlassen zu duerfen und brachen noch zu einer kleinen Tour um den Ort auf. Auf 1500m in einem Tal gelegen fuehrt eine Strasse durch den Ort, alles andere ist nur auf Schotterwegen zu erreichen. Ueberall wird Zuckerrohr angebaut und auf Eseln transportiert, so wie es wohl auch schon vor hundert Jahren gemacht wurde. Es wird einem sofort klar, dass Stress und Zeitdruck hier Fremdworte sind. Zudem ist es trotz der Hoehe angenehm warm und man kann sich vorstellen warum die Menschen hier so alt werden.  



¨Während es eine Tatsache ist, dass die menschliche Lebenserwartung insgesamt steigt, so gibt es bestimmte Regionen in der Welt, die eine hohe Konzentration an Hundertjährigen aufweisen. Diese Regionen werden von Wissenschaftlern heute 'blaue Zone' genannt¨ (Link zum Artikel
Wenngleich Vilcabamba offiziel nicht zu den blauen Zonen zaehlt, so haben wir dennoch viele fitte alte Leute gesehen. 

Hauptziel war allerdings der "Nationalpark Podocarpus", welcher sich von den Anden bis in den Amazonas erstreckt und somit wohl genuegend Platz fuer mehrtaegige Wanderungen liesse. Wir versuchten den hoeher gelegenen Teil des Parkes zu erkunden, mussten allerdings unseren Rundweg auf dem Gipfel abbrechen, da uns orkanartiger Wind vom Berg zu fegen drohte.

Es zieht ein bisschen.
 


Da unser Ausflug somit kuerzer als gedacht ausfiel, hatten wir wenigstens noch Zeit unsere Unterkunft zu geniessen. Durch Zufall waren wir auf dieses Resort (Hostería Izhcayluma) gestossen und hatten wirkliches Glueck. Mit Blick ins Tal gelegen und mit allen Annehmlichkeiten versehen haben zwei Deutsche (Peter und Dieter) dort ein Paradies geschaffen, was zudem sogar fuer Backpacker erschwinglich ist. Das Restaurant hatte sogar Schnitzel und Gulasch auf der Speisekarte und der Pool sorgte fuer ein bisschen Entspannung nach dem Wandern.

So schmeckt das Fruehstueck gleich noch besser. 
Entspannung im Pool ist natuerlich inklusive.
Am letzten Tag ging es nochmals an den Haengen des Tals hinauf, um die Kulisse zu geniessen, bevor wir das Auto nach Cuenca zurueckbringen mussten.




So mussten wir auch dem speckigen Haushund auf Wiedersehen sagen und brachen auf.
Liebe Gruesse,
Karo & Nico

Auch der ist hier tiefenenstpannt.

Donnerstag, 11. August 2016

Ecuador - Willkommen auf dem Festland

Von Galapagos ging es nach Guayaquil, der größten Stadt Ecuadors mit mehr als 2 Mio. Menschen und damit sogar vor Quito.


Ankunft.
Großstädte waren bisher nie das Highlight unserer Reise und so reiht sich auch diese in die Kategorie "Knotenpunkt" ein, irgendwo muss man ja landen und den nächsten Bus nehmen. Die Stadt ist nicht etwa schlechter als ihre Vorgänger und es gibt auch ein paar nette Ecken, aber nichts was einen dort länger halten würde.
Nach fast 2 busreisefreien Wochen ging es also mal wieder zum Terminal und in Richtung Süden nach Cuenca. Immerhin die drittgrößte Stadt des Landes (Ecuador gesamt knapp 13 Mio), aber mit nur noch 300.000 Menschen wesentlich beschaulicher. Eingebetet auf 2500 m.H. und durchzogen von einem schönen Fluss fühlten wir uns in der kolonialen Altstadt sofort wohl.
Der Versuch eine unheimlich klebrige Popkornkugel zu essen.
Der Dom in Cuenca.
Naja, zumindest bis wir in den Cajas Nationalpark aufbrachen für eine kleine Wanderung. Dort hat Karo zum ersten mal Bekanntschaft mit der Höhenkrankheit gemacht. Der Umschwung von 2 Wochen Strand auf Meereshöhe hinauf auf die 4200m im Cajas waren ein bisschen viel. Das erste Stück der Wanderung war noch kein Problem, da wir entlang der herrlichen Lagunen meist bergab gingen. Der Rückweg gestaltete sich dann etwas schwieriger. Wofür ein "fitter" (nicht höhenkranker) Mensch - nennen wir ihn Nico - vielleicht eine Stunde gebraucht hätte, benötigten wir zusammen mehr als 3 Stunden. Karos Körper wollte einfach nicht! Abgesehen von Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Appetitlosigleit und Schwindel war da noch das Herz, welches nach jedem zehnten Schritt "presslufthammerartig" jenseits der 200er Marke schlug. So schlimm, dass das Hinsetzen, teilweise durch Hinlegen ersetzt werden musste. Glücklicherweise war der Himmel strahlend blau und die Sonne angenehm warm. Angetrieben durch die Motivationsfloskeln "Es ist nicht mehr weit" und "Wir sind gleich da", kämpfte sich Karo tapfer Schritt für Schritt zurück zum Parkplatz.
Da ging es uns noch beiden gut.

Die Landschaft war die Mühen wert.
Nur um dort festzustellen, dass mal wieder einer (Nico) vergessen hatte das Licht im Mietauto auszumachen und die Batterie leer war. Passierte uns nicht zum ersten Mal und so suchten wir auf dem Parkplatz schnell Hilfe. Der Trick mit dem "Anschieben und zweiter Gang" ist auch in Ecuador bekannt und so schaffte es ein netter Ecuadorianer unseren Wagen wieder zum Laufen zu bringen. Die Stunde Fahrt nach Cuenca war dann genug um die Batterie wieder aufzuladen. Nach ein bisschen Ruhe, Abendessen und Schlaf ging es dann auch Karo wieder gut und wir haben gelernt was Akklimatisierung wirklich bedeutet.

Knapp 100 km nördlich von Cuenca befindet sich "Ingapirca". Angepriesen mit "Das Machu Picchu Ecuadors" wird die Messlatte durch die Tourismusindustrie natürlich recht hoch gelegt. Der Einfluss der Inkas reichte damals von Peru aus bis hinein nach Ecuador. Nach etlichem Widerstand mussten sich die Canari (Ureinwohner) geschlagen geben und die Inkas übernahmen Ingapirca. Auf knapp 3200m befinden sich die Ruinen und leider ist die Höhe die größte Ähnlichkeit mit Machu Picchu. Das Tal um die Ruinen bietet ein paar schöne Ausblicke, aber die Ruinen an sich sind recht überschaubar. Die meisten der Strukturen sind in Canari-Bauweise und kaum erhalten, nur der Sonnentempel wurde nach Art der Inka gebaut und ist das Prunkstück der Anlage. Wenn man sich Zeit lässt beim Rundgang, auch das Museum besichtigt und noch ein bisschen um die Ruinen am Berghang wandert, sollte man 2h einplanen. Wir haben es gerne mitgenommen und ein bisschen was über die Geschichte gelernt, aber der Machu Picchu-Vergleich hinkt...

Der Blick auf die Ruinen von Ingapirca.
Ein Bummel durch die Anlage.
Die Lamas fühlen sich dort offensichtlich wohl.
Mehrn von unserer Tour in den Süden gibt es im nächsten Post.
Liebe Grüße,
Karo & Nico

Donnerstag, 4. August 2016

Galapagos - Ein Traum wird wahr

Die Inseln standen schon einmal auf unserer Urlaubswunschliste, aber die weite Anreise, sowie die Preise hielten uns damals doch von einem Besuch ab. Doch nun, da wir sie in fast greifbarer Nähe hatten, haben wir es endlich geschafft.

Isabela, links - Santa Cruz, mittig - San Cristobal, rechts

Bevor wir zu unserem Bericht kommen, zunächst wieder ein paar Hintergrund-Informationen von Wikipedia:
Die Galapagosinseln bestehen aus 13 Inseln mit einer Fläche von mehr als 10 km² und über 100 kleineren bis winzigen Inseln. Fünf davon sind besiedelt: San Cruz, San Cristobal, Isabella, Florena und Baltra.
Obwohl in Äquatornähe gelegen, ist das Klima aufgrund des mit 20 Grad Celsius relativ kühlen Meerwassers (vom Humboltstromund von aufsteigendem Tiefenwasser) eher gemäßigt. Das nährstoffreiche Tiefenwasser ist verantwortlich für den Artenreichtum rund um den Archipel.

Tag 1 & 2: Isla Santa Cruz
Die Anreise haben wir ja schon beschrieben und schließlich bezogen wir unser Hotel im beschaulichen Puerto Ayora. Beim Bummel durch die Stadt fielen uns zwei Dinge auf. Erstens, alles entlang der Wasserfront ist neu gemacht und lädt zum Verweilen ein, aber eine Häuserreihe weiter hinten ist vielerorts der Putz schon etwas ab - gelinde gesagt.
Zweitens, Galapagos ist kein guter Ort für Sparer. Auf der Avenida Darwin (besagter Prachtstraße) sind die Preise sogar über dem europäischen Niveau, aber da die Leute eben was essen müssen, verlangt man auch gerne mal 16$ für Spaghetti. Für geübte Backpacker wie wir nunmal sind, ließ sich auch etwas in unserer Preisklasse zum Mittag finden, man muss eben nur ein bisschen suchen. Anschließend ging es zum Darwin Forschungszentrum, wo man etwas rund um die Inseln erfährt und wo wir zum ersten mal die großen, dicken Panzerträger zu Gesicht bekamen. Und die sind sooo unfassbar cool.
Das erste Prachtexemplar.

Am nächsten Morgen war das Wetter perfekt und es ging auf zur Lagune (bei Tortuga Bay) zum Baden. Das Wasser schimmerte im Licht in allen Blautönen und sah verlockend aus, doch der Humboldtstrom sorgt für eine ordentliche Abkühlung. Wer in Sachen Sonnenbaden Nachhilfe benötigt, der sollte bei den Iguanas vorbeischauen. Diese Echsen sind dort überall zu finden, denn nach dem Fressen im Meer brauchen sie wieder Wärme und tanken am Strand auf.

Ein Iguana allein auf weiter Flur. 
Strandtag!!!
Tag 3 - 5: Isla San Cristobal
Wenn man nicht gerade eine der Kreuzfahrten machen will, au denen man von Insel zu Insel gefahren wir, dann kann man auch die Fähre nehmen. So ging es 2h von Santa Cruz nach San Christobal. Dort ist es schon ein bisschen ruhiger und man sieht nicht mehr ganz so viele Touristen.
Ein Must-Do ist auf jeden Fall das Schnorcheln am Kickers Rock. Dieser riesige Stein liegt vor der Insel und über die Jahre ist ein Teil abgebrochen, welcher eine 4m breite Felsspalte hinterlassen hat. Rings um den Stein, sowie in der Felsspalte tummelt sich das Meeresleben. Einen Hammerhai haben wir leider nicht gesehen, aber dafür Meeresschildkröten, andere Haie, bunte Fische jeder Art und sogar einen putzigen Oktopus. Das ist sozusagen die angemessene Entschädigung, denn trotz Neoprenanzug waren wir nach knapp 2h Schnorcheln ordentlich durchgefroren.


und mitten drin.
Kickers Rock aus der Ferne


Unterwasserwelt 1.

Unterwasserwelt 2.
Meeresschildkröte im Anflug.

Schnorchelprofis.
Ansonsten erkundeten wir San Cristobal im Alleingang und entspannten an den verschiedenen Buchten und Stränden, wo ein Seelöwe nie weit entfernt war. Manch einer kam uns im Wasser sogar zum Greifen nahe und spielte ein wenig mit uns.



Tag 6: Zwischenstopp auf Santa Cruz
Da wir nicht den ganzen Tag im Boot verbringen wollten, machten wir wieder Halt auf Santa Cruz, um am nächsten Tag weiter nach Isla Isabela zu fahren.
Da die Boote sehr zeitig fahren (7 Uhr), war noch genug Zeit, um die Riesenschildkröten im Reservat "El Chato" zu besuchen. Dort leben knapp 200 Examplare quietschvergnügt in fast freier Wildbahn. Entweder sie Grasen gemütlich, naschen eine Quitte oder ruhen sich in der Lagune aus. Wir waren jedenfalls glücklich damit beschäftigt ihnen dabei zuzusehen und ein Foto nach dem anderen zu machen.

Nicht so nah rangehen - sind ein wenig scheu.
Gut, nicht alle sind anscheinend scheu.
Gesunder Snack für Zwischendurch!

Tag 7 - 10: Isla Isabela
Wieder ging es knapp 2h übers Wasser auf die Größte der Galapagosinseln, welche etliche Vulkane zu bestaunen hat. Im Allgemeinen kann man einige Aktivitäten auf den Inseln alleine machen, wie kurze Wanderungen oder an der Küste Schnorcheln gehen, für andere braucht es allerdings eine Tour. Häufig ist dies mit dem Naturschutz zu begründen oder der Notwendigkeit eines Bootes, manchmal möchten die Inselbewohner (von uns "Gelappen" getauft) auch einfach noch ein bisschen mehr am Tourismus verdienen. Für die Tour zu den Vulkanen Sierra Negra und Chico brauchte es eine geführte Tour.
So ging es aus dem Ort auf knapp 1000m Höhe - oben angekommen waren wir sogar über den tiefhängenden Wolken und hatten Sonne pur. Das erste Stück führte uns zum Schlund des Sierra Negra, welcher knapp 10km im Durchmesser hat - man sollte also möglichst nicht in der Nähe sein, wenn er mal wieder ausbricht.
Der passt nicht mal halb aufs Bild.
Weiter ging es durch durch die Lavafelder, welche Zeugnis der vergangenen Ausbrüche sind. Neuere Felder ganz in Schwarz und die ältere Lava mittlerweile rotbraun vom Eisenoxid. Nur vereinzelt gibt es Kakteen oder andere Vegetation und man fühlt sich wie in einer anderen Welt.


Der Vulkan Chico ist schon wesentlich beschaulicher. Von seinem Kraterrand hat man einen herrlichen Blick über diese unwirkliche Welt und sieht die Insel mit ihren Buchten bis in die Ferne.
Blick in den Chico.
Einzig die Suche nach den gelben Landiguanas war leider erfolglos. Daran zeigt sich das Dilemma mit dem sich die Inselregierung auseinandersetzen muss. Es ist die Gratwanderung zwischen Tourismus und Naturschutz. Wie viele Touristen vertragen die Inseln und ihre tierischen Ureinwohner? Bisher besuchen knapp 160.000 Menschen dieses Naturparadies jährlich und die Versuchung, diese Zahl nich zu erhöhen ist mit Sicherheit groß - aber ob die Natur das noch verträgt ist fraglich. Die gelben Iguanas gibt es jedenfalls noch auf Isabela, aber nicht mehr an den Stellen, wo wir die Vulkane besucht haben. In der Hochsaison kommen teils 600 Wanderer am Tag - da ist nur verständlich, dass die Echsen ihr Brutgebiet in entlegenere Teile der Insel verlegt haben.
Wir hätten sie schon gerne fotografiert, aber auch so haben wir immerhin ein paar fantastische Ausblicke gehabt.




Neben Wandern kann man natürlich Baden und Schnorcheln gehen und auch versuchen noch weitere einzigartige Tiere zu entdecken. So war unser Versuch die kleinen Pinguine aufzuspüren wenigstens mit Minimalerfolg gekrönt, denn einen haben wir gesehen, wo sich die anderen versteckten, wissen wir nicht. Isabela ist recht divers, so gibt es neben den Vulkanen, noch Feuchtgebiete, in denen sich Flamingos niedergelassen haben. Außerdem beheimatet die Insel nicht nur eine Riesenschildkrötenart, sondern gleich 5, jeder der großen Vulkane hat seine eigene Subspezies. Aufgrund dieser Abwechslung und der Ruhe ist Isabela unsere Lieblingsinsel geworden.

Blick auf die Lagune und die Flamingos.

Der Strand in Puerto Villamil.
Tag 11: Ein letztes Mal Isla Santa Cruz
Irgendwann mussten wir halt auch wieder zurückfliegen. Den letzten Tag ließen wir gemütlich ausklingen beim Besuch der "Las Grietas", wo man in einer ruhigen Felsschlucht schnorchelt. Ansonsten hatten wir das gute Gefühl alles gesehen zu haben, was uns interessierte und bummelten ein letztes Mal die Avenida Darwin entlang.

Las Grietas.

Fazit:
Wer nicht tausende von Euro für eine Kreuzfahrt übrig hat, kann die Inseln auch im Alleingang erkunden und dabei voll in diese einmalige Inselwelt eintauchen. Wir waren an vielen Stränden, gingen Schnorcheln mit dutzenden von Meeresschildkröten, haben mit Seelöwen gespielt, die Riesenschildkröten selbst in freier Wildbahn entdeckt und sonst fast jedes andere "sehenswerte" Tier vor die Kamera bekommen. Wir haben viel über das Zusammenleben von Mensch und Tier gelernt und wissen uns nun als priviligiert, diese einmaligen, faszinierenden Inseln selbst erlebt und alles mit eigenen Augen gesehen zu haben. Wir haben aber auch gerlernt, dass man die eigene Erwartungshaltung nicht maßlos hoch setzen sollte und nicht jede Tour gemacht haben muss. Nicht jeder Strand ist strahlend weiß und nicht überall lassen sich Kolonien von den jeweiligen Tieren finden, die perfekt für die Kamera posieren. Man muss eben Glück haben und sich der Einzigartigkeit von Galapagos einfach bewusst sein.
Die Inseln sind ein Paradies für Mensch und Tier, noch.


Und eins ist sicher, eine Riesenschildkröte sieht jeder!

Liebe Grüße,
Karo & Nico