Donnerstag, 13. Oktober 2016

Santiago & Valparaiso

Der Flug von Iquique nach Santiago war nicht nur billiger als
Das höchste Gebäude Südamerikas.
ein Busticket, sondern ersparte uns auch knapp 30h Fahrt; besser hätte es also für uns nicht laufen können. Wie sich bei unserer Ankunft herausstellte, hatten wir uns im größten Hostels Chiles niedergelassen. Für knapp 150 Gäste war es allerdings recht ruhig und ausnahmsweise gab es ein riesiges Frühstücksbuffet. Das Erscheinungsbild der Stadt übertraf sogar unsere Vorstellungen, so modern, so sauber und so gläsern hatten wir es nicht erwartet. Kurzum, Santiago könnte problemlos eine europäische Hauptstadt sein und wäre wahrscheinlich sogar ein bisschen moderner.

Historische Gebäude hat die Stadt, aufgrund zahlreicher Erdbeben in der Reigion, nicht viele zu bieten. Wir hatten aber ohnehin andere Interessen und waren einfach mal shoppen.

Wer der Stadt gelegentlich entfliehen möchte braucht nur eine Stunde bis an die Küste. Dort erwartet einen unter anderem der Künstlerort Valparaiso. Bis zur Eröffnung des Panamakanals beheimate die Stadt einen für den Handel wichtigen Hafen. Heute lebt die Stadt vom Tourismus, welcher von den bunten Häusern auf den verstreuten Hügeln (Cerros) angezogen wird. Insgesamt 16 Ascensoren (kleine, sehr steile Bahnen) erleichtern einem den Aufstieg zu diesen Hügeln, von denen man dann die Umgebung betrachten kann.



Allgemein lädt dort alles dazu ein, ein Fotomotiv zu werden, ob es nun eine Gasse, ein Wandbild oder Teile des Hafens sind, und nach der brennenden Sonne und Trockenheit der letzten Wüstenetappen konnten wir das erste Mal den chilenischen Frühling in vollen Zügen genießen.






So gut erholt stiegen wir in den Bus nach Pucón, weiter auf unserem Weg in den Süden.

Bald mehr,
Karo & Nico

Donnerstag, 6. Oktober 2016

In Chiles Norden

San Pedro de Atacama hieß also unsere erste Station in Chile, dem insgesamt neunten Land auf unserer Tour! Die Stadt hat nicht mehr als 3000 Einwohner, aber ist umgeben von einer weiteren riesigen Salzwüste, Vulkanen, heißen Quellen, Geysieren und einzigartigen Landschaften, sodass es eine Vielzahl von Aktivitäten gibt. Die Hauptstraße ist gesäumt von Restaurants und Tourenanbietern und sogleich Treffpunkt aller Touristen, sodass man sich dort abends wie in einer Großstadt vorkommt.
Die Atacama Wueste ist die trockenste Wueste der Welt. Es regnet dort eigentlich fast nie und die meisten Naechte sind sternenklar. Folglich stehen dort einige der groessten und modernsten Teleskope der Welt, die staendig den Nachthimmel beobachten. Zudem lassen sich in diesem ansonsten oeden Land regelmäßig Flugkoerper aus dem All finden. So besuchten wir das Meteoriten Museum und betrachteten nicht nur einige der Exponate, sondern hoerten uns ueber Kopfhoerer (selbst in deutsch) eine kurze Geschichte ueber Entstehung unseres Sonnensystems an.
Das Museum, klein aber fein.
Gestein aus dem All. 

Dazu passend besuchten wir auf einer Tour das "Valle de la Luna" (Mondtal), in dem sogar die NASA ihre Ausruestung testen laesst. Ein bisschen Klettern war involviert, aber ansonsten ging es hauptsaechlich um die mondähnliche Landschaft. Nahezu endloses, trockenes Nichts, eingerahmt von den Anden und einem ihrer Nebenarme, die das Tal vom Niederschlag abschirmen. Wenn es dann doch mal regnet wird der Lehmboden allerdings tief ausgespuelt und unterliegt grossen Veraenderungen.

Sodass man sich auch durch Höhlen kämpfen muss.


Sonnenuntergang auf dem Mond. 

Eine weitere Tour brachte uns ein wenig ins Umland - in das "Valle del Arcoiris" (Regenbogental). Hier sorgen die unterschiedlichen Bestandteile der Erde fuer das Farbenspiel. Nebenbei ist man dort weit weg von den vielen anderen Touristen und kann durch diese bemerkenswerte Landschaft alleine bummeln.




Komplettiert wurde unser Ausflug durch eine Sternenbeobachtung. An keinem anderen Ort der Welt hat man so gute Bedingungen und kann nur knapp 20min ausserhalb der Stadt den Sternenhimmel so gut unter die Lupe, naja, eher unters Fernrohr, nehmen. Teleskope unterschiedlicher Groessen waren schon fuer alle aufgebaut und nun waren wir darauf gespannt, die Sterne und Planeten ganz nah zu Gesicht zu bekommen. Wir haben verschiedene Nebel voller Sterne gesehen, haben Mars, Saturn und Uranus ins Visier genommen, aber was soll man sagen, viel groesser als kleine Punkte waren sie dann auch durchs Teleskop nicht. Immerhin haben wir aber die Ringe rund um Saturn und Uranus gesehen und uns darueber wie kleine Kinder gefreut. Es ist schon beachtlich soweit ins All schauen zu können, wenngleich wir unserer anfänglichen Vorstellung, solche Planeten im Detail zu sehen, beraubt wurden. Dazu sind wir auf der Erde doch ein Stueck zu weit entfernt. Spass hat es uns aber dennoch gemacht und interessant war es obendrein.



Nach insgesamt knapp einer Woche wurde es Zeit die Wueste zu verlassen und an die Kueste zu fahren, naemlich nach Iquique, der trockensten Stadt der Welt. Wie es an der Kueste so trocken sein kann, wissen wir nicht, aber viel Regen bekommt die Stadt nicht ab. Nichtsdestotrotz fühlt sicg alleine die feuchte Meeresluft wie Balsam fuer unsere Atemwege an und Wasser in der Naehe zu haben ist irgendwie schon beruhigend. 

Die Geschichte rund um die Region der Stadt ist eine spannende. Vor 1900 war es eine Art Niemandsland zwischen Bolivien, Peru und Chile in dem Unmengen von Salpeter lagerten und abgebaut wurden. Salpeter, fuer die Herstellung von Duenger und Sprengstoff benoetigt, war ein ungemein wertvoller Rohstoff und fuehrte schliesslich zu den Salpeterkriegen von 1879-1884. Chile bekam laut Friedensvertrag die Region zugesprochen und der Salpeter machte das Land in der Folge reich. Ein Werk nach dem anderen wurde gebaut und die Arbeiter in der Naehe in Städten und Dörfern mitten in der Wüste angesiedelt. 
Willkommen in der Vergangenheit.
Geisterstadt Humberstone: Einst Wohnort für bis zu 3000 Menschen.
Dort gab es alles, was man sich nur wünschen konnte: Schulen, Krankenhäuser, Hotels, ja sogar Theater und Schwimmbäder. 
Nicht nachmachen.
In Iquique und Umgebung lassen sich heute noch die Stolzen Anwesen der Salpeterbarone bestaunen. Dann kamen aber die 2 Deutschen Haber und Bosch, entwickelten ein Verfahren zur synthetischen Herstellung von Duenger und trieben Chile so fast in den Ruin. 

Der Abbau des Salpeter wurde immer weniger lohnenswert und viele der Werke machten frueher oder spaeter dicht, die Menschen verloren ihre Arbeit, zogen fort und hunderte Geisterstaedte entstanden. Viele fielen über die Jahre Pluenderungen und dem Verfall zum Opfer und es gibt heute kaum noch Zeugnisse von ihnen. Allerdings sind Humberstone und Santa Laura in der Naehe Iquiques von diesem Schicksal teilweise verschont geblieben und heute Freilichtmuseen. Daher unternahmen wir eine Zeitreise dorthin und schauten uns einen Tag lang die Arbeit und das Leben in dieser Epoche an. 
Ganz schön harte Arbeit war das.

Alte Industrieanlagen in Humberstone.

Noch mehr Infos lassen sich in einem Artikel der Zeit finden. HIER

Viel Spass beim Lesen, 
Karo & Nico

Für uns geht es weiter in den Süden.



Montag, 3. Oktober 2016

Ab in die Wüste!

Uyuni ist das Eingangstor zur bolivianischen Wüste, lädt aber nicht gerade zu einem längeren Aufenthalt ein. Die Restaurants und Hotels sind alle auf Tagesgäste ausgelegt und wie erwartet findet man kein bisschen Grün in der Stadt. Dazu kommen die heißen Tage und eiskalten Nächte. Kurzum, wir brachten den Tag nach der Nachtbusfahrt von La Paz irgendwie rum und freuten uns auf die nächsten drei Tage auf Tour nach San Pedro de Atacama (unser Ziel in Chile).

Tag 1: Weit und breit kein Wasser in Sicht
Die Jeeps mussten beladen werden, insgesamt 4 Stück mit jeweils 5-6 Backpackern gefüllt.



Nachdem das erledigt war, ging es auch schon zum ersten Ziel, dem Eisenbahnfriedhof direkt neben der Stadt.



Anziehungspunkt für tausende Touristen jedes Jahr ist aber der Salar de Uyuni (auch Salar de Tunapa) - mit mehr als 10.000 Quadrat­kilometern die größte Salzwüste der Erde und hervorgegangen aus einem einst gigantischen See. Teilweise ist die Salzkruste mehr als 120m dick und kann in der Trockenzeit problemlos von Autos befahren werden. Mittlerweile führt auch die berühmte Ralley Dakar dort hindurch. Dass hier Salz abgebaut und verpackt wird, verwundert nicht und so besuchten wir einen der Orte, der davon lebt und schauten uns an, wie die Menschen mit einfachsten Mitteln und für wenig Ertrag das Salz gewinnen. Da dort allerdings auch die größten Lithiumvoräte der Welt lagern, wird bereits der zukünftige Abbau geplant. 

Für uns bestand der Spaß im Schießen lustiger Fotos, welche durch die spiegelglatte Fläche möglich sind. Das sind ein paar der besten:

Gleich ist Nico platt!
Achtung, Dinoattacke.
Da vertragen wir uns lieber.
Nachdem alle ihre Fotos im Kasten hatten, ging es zur Insel Incahuasi, auf der teilweise 1200 Jahre alte Säulenkakteen stehen und von welcher aus man von oben auf die rundherumliegende Salzwüste schauen kann.




Bevor es für die Nacht zu unserer Unterkunft am Rande des Sees ging, sahen wir noch den Sonnenuntergang an und versuchten uns an einem Gruppenfoto.


Tag 2: Ein langer Tag
Gut erholt wachten wir im Salzhotel auf und starteten in den langen Tag mit vielen Stopps.

Umgeben von Blöcken aus Salz.
Wir begrüßten zunächst die vielen Lamas, die sich trotz der Höhe von mehr als 4000m in dem Tal, welches wir durchquerten, pudelwohl fühlen.



Für viel Entspannung war zwischendurch nur wenig Zeit, denn es gab viel zu sehen.


Zum einen lustige grüne kissenartige Gewächse (wir wissen nicht mehr genau was es wirklich ist) und zum anderen den Arbol del piedra, eine Lavastein in Form eines Baumes. Irgendwie ist der auf jedem Foto der Touranbieter drauf und so mussten wir ihn auch fotografieren.




Das größte Highlight des Tages war allerdings die Laguna Colorada, welche bei richtigem Wind und Wetter tiefrot erstrahlt. Nur wenige Tiere können in der recht lebensfeindlichen Umgebung überleben und die drei Flamingoarten der Lagune gehören dazu.



Der letzte Stopp war ein Feld voller dampfender, gurgelnder, pfeifender, schlammblubbernder und nach faulen Eiern riechender Löcher im Krater eines Vulkanes (Sol de mañana = Morgensonne). Der ein oder andere "Topf" würde sich vielleicht für ein warmes Schlammbad eignen.



Die Nacht verbrachten wir in einer bescheideneren Behausung, aber der Nähe zu aktiven Vulkanen verdankten wir einen schönen heißen Pool. Problem war nur der knapp 300m lange Weg, durch Dunkelheit und Kälte (5Grad), um dorthin zu gelangen. Einmal drin, wollten wir nicht mehr aufstehen und bestaunten den sternenklaren Himmel über unseren Köpfen.

Tag 3: Auf nach Chile
Nachdem die Jeeps ein letztes Mal beladen waren, ging es in die Salvador Dali Wüste, welche den berühmten Maler einst zu etlichen seiner Bilder inspiriert haben soll und nun dessen Namen trägt. 


Bald darauf sollten sich die Wege trennen, für viele ging es zurück nach Uyuni, eine 7h währende Autofahrt, für uns weiter nach Chile. Vorher stand noch die grüne Lagune auf dem Programm, die wetterbedingt nicht ganz so grün war, aber dennoch ein schönes Fotomotiv bot (man kann halt nicht immer Glück haben)


So stiegen wir wieder in unser Auto und nach 30min erreichten wir die Grenze zu Chile. Ein einsamer bolivianischer Grenzposten stempelte uns ab und der Bus ins nicht weit entfernte San Pedro de Atacama wartete schon auf uns und die anderen Reisenden.

Fazit:
Eine wirklich starke Tour! Klar verbringt man auch etliche Stunden im Auto, aber wir verstanden uns super, hatten coole Musik und jede Menge kurzweilige Stopps in atemberaubender und bizarrer Landschaft. So haben wir die Wüste noch nie gesehen!

Bis bald, 
Karo & Nico
Wir sagen Tschüss.

Freitag, 30. September 2016

Einmal quer über den Kontinent

Wie gesagt, unsere Route sollte kurzzeitig weniger geradlinig verlaufen und daher hier ein kleiner Zwischeneintrag. Asuncion lag günstig, um einen Flug nach Bolivien zu bekommen, aber mehr auch nicht.


Dass eine Stadt mit einer halben Million Einwohner und immerhin Hauptstadt eines ganzen Landes, wirklich gar nichts zu bieten hat, hätten wir vor dem Besuch nicht gedacht. Selbst in der Innenstadt sind die meisten Häuser unbewohnt und heruntergekommen und so wurden selbst Spaziergänge wenig interessant. Wir waren also nicht traurig als wir am Flughafen ankamen und in den Flieger nach La Paz stiegen. Immerhin haben wir aber ganze 6 Fotos in den 2 Tagen in Paraguay gemacht, hier das beste und einzig vorzeigbare:

Der Präsidentenpalast.
Nun aber zu La Paz. Das letzte Mal waren wir kurz dort als wir hauptsächlich Urlaub in Peru gemacht hatten und so kannten wir uns schon ein bisschen aus. Aber auch die Stadt ein zweites Mal zu erkunden war nicht langweilig, so besuchten wir wieder den Hexenmarkt, wo allerlei Pulver und Tränke verkauft werden für diverse Zwecke wie Reichtum oder Liebe. Für Letzteres bietet sich z.B. "Siete Machos" an (Sieben Männer für die Frau).

Auch im Angebot - getrocknetes Baby-Lama.

Wir schlenderten auch über den Wochenendmarkt, wo neben Kinderspielzeug, Obst, Fisch und Metallwaren (alles direkt nebeneinander) einfach alles angeboten wird.


Besonders schick in blutiger Schürze.

Außerdem hat La Paz nun ein Gondelsystem, wie in Skigebieten, um die Stadtteile zu verbinden und den Straßenverkehr zu entlasten. Bisher sind 3 der geplanten 9 Linien fertig und für 30 Cents kann man eine Runde über der Stadt drehen.

Die rote Linie.


Blick von oben auf La Paz.

So wurde unser Aufenthalt recht kurzweilig, bevor wir den Nachtbus nach Uyuni nahmen, unserem eigentlichem Ziel in Bolivien.
Mehr dazu und wieder schöne Fotos gibt es bald.

Liebe Grüße,
Karo & Nico